Filmrezension – Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

OT: FantasticBeasts: The Crimes of Grindelwald; UK, USA 2018; Regie: David Yates; FSK: ab 12

Seit ein paar Tagen dürfen sich Harry Potter-Fans wieder freuen,denn mit Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen ist der zweite Teil der „Phantastische Tierwesen“-Reihe herausgekommen. Auch ich zähle mich zu den Menschen, die dem Teil seit Monaten freudig entgegen gefiebert haben!

Seit Montag waren die Tickets gekauft und gestern ging es mit der Lieblingsschwester ins Kino. So viel vorab: So einen vollen Kinosaal habe ich das letzte Mal zu „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ erlebt! Und wie ich finde, hat es sich absolut gelohnt.

Wenn man einmal quer durchs Internetz liest, dann erlebt man zwei Lager: Diejenigen, die von der Fortsetzung begeistert sind und die, die eher verhalten reagieren. Ich gestehe, ich gehöre zum ersten Lager!

Inhalt

**Achtung, Spoilerwarnung!**

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen setzt dort an, wo der erste Teil aufgehört hat: Wir befinden uns am Ende der 20er Jahre in den USA bzw. auch in Europa. Nachdem Newt Scamander Percival Graves als Gellert Grindelwald entlarvt hat, soll dieser sechs Monate später nach Europa überführt werden. Doch durch eine der ältesten Listen der Magierwelt gelingt Grindelwald die Flucht und kann in aller Seelenruhe neue Anhänger um sich scharen, um seine Pläne zu verwirklichen.

Newt hingegen bekommt von Albus Dumbelore persönlich den Auftrag, Grindelwald zu stoppen. Newt, der schüchterne Hufflepuff, dem seine Tierwesen alles bedeuten, ist die Ausreise eigentlich untersagt, denn, wir erinnern uns, er hat New York ziemlich verwüstet! Doch es gelingt ihm, zu verschwinden.

Ein paar alte und lieb gewonnene Gesichter sehen wir auch wieder: Queenie und Jakob werden ein Paar, nachdem sich Jakob wieder an alles erinnert hat, Tina taucht nach einer längeren Suche wieder auf und auch Creedence sehen wir wieder. Er ist in Kontakt mit einer jungen Frau, die uns zunächst unbekannt erscheint, doch ihr Name sagt alles: Nagini, eine hübsche, junge Dame, ein Maledictus.

Viele Handlungsstränge werden entsponnen: Credence versucht herauszufinden, was seine wahre Identität ist, um seinem Schicksal (die Verwandlungin einen Obscurus) zu entgehen. Währenddessen fängt Grindelwald an, in Paris seine Anhänger um sich zu scharen und Credence zu finden, denn er sieht ihn als Schlüssel, um seine Ziele zu erreichen und womöglich auch Dumbledore zu töten.

Zwischendurch gibt es auch einen Ausflug nach Hogwarts, denn Newts Bruder Theseus, seine Verlobte Leta Lestrange und Mitarbeiter der magischen Strafverfolgungsbehörde verhören dort Dumbledore, um mehr über Grindelwald herauszufinden und ihm eine Strafe aufzuerlegen.

Zurück in Paris macht Jacob die Bekanntschaft von Nicolas Flamel und erfährt von diesem, dass auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise Antworten auf viele Fragen versteckt sind. Die Zauberer finden schließlich heraus, dass Grindelwald dort eine Versammlung plant. Es kommt zum Showdown, bei dem Grindelwald seine wahren Ziele offenbart und Anhänger um sich schart,von denen wir nicht dachten, dass sie zu ihm überlaufen würden…

Handlungsstränge

Zugegeben: Es gibt eine Menge Handlungsstränge im Film:

  • Wir haben Newt, der nach Grindelwald und nach Tina sucht.
  • Wir haben Grindelwald, der Anhänger um sich scharen will und Credence für seine Zwecke nutzen will.
  • Credence, der nach seiner wahren Identität sucht.
  • Leta Lestrange, die Geheimnisse birgt und glaubt, zu wissen, wer Credence ist.
  • Albus Dumbledore und seine Beziehung zu Grindelwald.

Ganz schön viel für einen Film, aber keinesfalls unmöglich. Ich finde, dass es gerade auch die Details sind, die vielleicht nicht unbedingt die Handlung vorantreiben, aber wichtige Geschehnisse ausschmücken und ihnen Bedeutung verleihen (zum Beispiel die Liebesbeziehungen zwischen Newt-Leta, Leta-Theseus, Tina-Newt und Dumbledore-Grindelwald).

Während manche behaupten, dass dieser Film ein Lückenfüller sei, finde ich dieses Lückenschließen einfach wichtig.

Charaktere

Natürlich kommen unsere lieben Tierwesen nicht zu kurz im Film! Wir lernen zum Beispiel die unglaublich niedlichen Baby-Niffler kennen, die so manchen Schabernack treiben. Ein wildes Zouwu lässt sich von Newt zähmen und auf einem Kelpie reitet Newt durchs Wasser. Dennoch treten die Tierwesen im Vergleich zum ersten Teil in den Hintergrund.

Wie gesagt sehen wir im Film einige alte Figuren wieder, aber auch neue Charaktere haben meine Aufmerksamt erregt: Da wäre zum Beispiel Nagini, die zunächst nicht als Schlange, sondern als Maledictus zu sehen ist (ein Mensch, der sich bei Nacht in eine Schlange verwandelt, was eines Tages unwiderruflich sein wird). Noch gehört sie nicht zu Voldemort, von daher bin ich gespannt, was aus ihr in den nächsten Filmen wird! Außerdem gibt es Leta Lestrange, eine junge Frau, die ich nur schlecht einschätzen kann. In der Schule hat sie eine Menge Unsinn angestellt, aber sie hat in ihrem Leben auch viel Schlimmes durchmachen müssen. Ich finde, dass sich bei ihr oft weiche, liebevolle Züge zeigen. Sowieso hat sie am Ende alles geopfert und ihre Schuld wohl auch teilweise reingewaschen.

Wir lernen außerdem Grindelwald richtig kennen. Und ich sage es euch: Der Mann ist gruselig. Nicht nur, weil er einfach nur Böses im Sinn hat, sondern weil er mich so an die heutige Politik erinnert: Er zeigt seinen Anhängern seine „noblen Ziele“ für Muggel und Magier. Was auf den ersten Blick erstrebenswert scheint, ist bei näherem Hinsehen gefährlich, denn so werden radikale Ansichten geschürt und Grindelwald gewinnt an Macht. Er ist genial gespielt von Johnny Depp und bei aller Kritik an seiner Besetzung finde ich, dass kein besserer Schauspieler gewählt hätte werden können.

Abschließend gesagt

Natürlich gehe ich emotional an die ganze Sache heran. Ich fand den Film wirklich unglaublich toll! Nicht nur wurden interessante Charaktere eingebaut, aus denen man noch viel machen kann, für die eingefleischten Harry Potter-Fans gab es unzählige Referenzen auf frühere Bücher und Filme; es gab Nostalgiemomente, Tränen und Gänsehaut beim Wiedersehen mit den Gemäuern von Hogwarts und es gab einen Einblick in die Welt des jungen Albus Dumbledore. Das Ende des Films lässt uns nur erahnen, welche tiefen und dunklen Geheimnisse dieser weise Mann noch hegt und welche Geheimnisse vor allem seine Familie umgeben! Was ich mir lediglich gewünscht hätte, wäre noch mehr Einblick in Credences Seele. Der Obscurus und Credences Aufwachsen ohne jegliche Liebe sollte das Mitleid jedes Menschen erregen, denn wie traurig muss jemand sein, der eine solche dunkle Macht wie einen Obscurus in sich entwickelt?

Die kommenden Filme werden uns sicherlich erleuchten, wasdie offenen Fragen betrifft. Denn eines hat der sehr genial gedrehte Film Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechens (ich empfehle, ihn in 3D zu schauen!) auf jeden Fall geschafft: Man fragt sich, wie geht es weiter?

Habt ihr den Film schon gesehen? Und wie hat er euch gefallen?

Fröhliches Schauen wünscht
Jacqui

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About mademoisellepusteblume

Hi! Ich bin Jacqui und noch sehr neu in der Welt des Bloggings. Nachdem ich mir immer vorgestellt hatte, einen Blog über Dinge zu führen, die mich und möglicherweise auch Andere interessieren, setze ich dieses Vorhaben nun in die Tat um. Momentan bin ich noch Studentin der Film- und Medienwissenschaften. Ich liebe Bücher, Filme, Serien und Musik über alles. Auch Fotografieren, Sport machen, Sprachen und die Natur erkunden gehören zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich hoffe, die einen oder anderen Leser auf eine Reise durch meine Gedanken mitnehmen zu können!

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