Buchrezension: Carsten Henn – Der Buchspazierer

Buch "Der Buchspazierer" mit Blüten

Autor: Carsten Henn
OT: Der Buchspazierer
Erschienen: 2022 in München: Pendo Verlag in der Piper Verlag GmbH
Seiten: 224

Ihr seid auf der Suche nach einer herzerwärmenden Geschichte? Dann besorgt euch ganz schnell „Der Buchspazierer“ von Carsten Henn und lehnt euch im Lesesessel zurück…

Worum geht’s?

Carl Kollhoff, eigentlich schon längst im Rentenalter, besucht jeden Abend nach Geschäftsschluss seine Kunden und Kundinnen, um ihnen ihre bestellten Bücher persönlich vorbeizubringen. Mal bestellt, mal von Carl persönlich ausgewählt, schlägt er die Bücher liebevoll in Papier ein, um sie den Menschen, die er wie Freunde betrachtet, vorbeizubringen.

Eines Tages ereilt Carl ein Schicksalsschlag – wird er durch die neunjährige vorlaute Schascha, die er auf einem seiner Streifzüge trifft, und durch die Macht der Bücher wieder zu seinem Glück finden?

Parabel mit Tiefgang

Das relativ dünne Büchlein lässt sich schnell lesen. Es kann sein, dass der eine oder andere vielleicht über die etwas übertrieben gezeichneten Charaktere stolpert, allen voran die Kundinnen und Kunden, denen Carl die Bücher vorbeibringt. Diesen gibt Carl jeweils Namen literarischer Figuren. Da haben wir zum Beispiel Frau Langstrumpf, Mr. Darcy oder Effi Briest. Sie legen alle ein gewisses Verhalten an den Tag, was vergleichbar mit ihren Literatur-Vorlagen ist.

Daher ordne ich diese kleine Geschichte auch eher als Parabel denn als Roman ein. Diese Parabel, so kann man wohl sagen, behandelt die Beziehung zwischen Jung und Alt (zwischen Schascha und Carl liegen mehrere Jahrzehnte und trotzdem verstehen sie sich unglaublich gut – verbunden durch die Macht der Worte in Büchern). Sie zeigt außerdem, wie ältere Menschen zum Teil von der Gesellschaft „aussortiert“ werden und sie so in Armut und Einsamkeit landen können.

Während die erste Hälfte des Buchs mein Herz hat aufgehen lassen, war die zweite Hälfte schon viel härter zu lesen, denn Carl wurde von mehreren schlimmen Schicksalsschlägen heimgesucht. Doch was bleibt und was ihn am Ende vielleicht sogar rettet, das ist die Welt der Bücher und des geschriebenen Worts. I mean, wie schön fängt denn bereits das Büchlein an?

„Es heißt, Bücher finden ihre Leser – aber manchmal brauchen sie jemanden, der ihnen den Weg weist.“ (Carsten Henn, S. 7)

Dieser Grundsatz, so kann man sagen, zieht sich durch das gesamte Buch.

Schreibstil und klare Empfehlung

Carsten Henn hat einen sehr klaren Schreibstil. Er schreibt ruhig und unaufgeregt, aber mit sehr viel Wärme und Liebe – da blättert man gerne eine Seite nach der anderen um! „Der Buchspazierer“ ist daher eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die ebenfalls Bücher und herzerwärmende Geschichten lieben.

Content Warnung für „Der Buchspazierer: häusliche Gewalt, Altersarmut, Überfall, Mobbing auf der Arbeit.

Nun seid ihr dran: Habt ihr das Buch gelesen? Oder könnt ihr ein anderes Buch empfehlen, das die Liebe zu Büchern beinhaltet? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Ein Kommentar zu „Buchrezension: Carsten Henn – Der Buchspazierer

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