
Autorin: Hazel Prior
OT: Call oft he Penguins
Erschienen: 2022 in München: Penguin Random House Verlag
Seiten: 399
Na, habt ihr eigentlich Tiere, die ihr besonders gerne mögt? Bei mir sind es neben Elefanten und Koalas eindeutig Pinguine. Die Tiere mögen ein wenig tollpatschig erscheinen, doch sind sie auch wahre Lebenskünstler und intelligente Tiere. Das weiß auch Miss Veronica aus dem Buch „Miss Veronica und der Ruf der Pinguine“ von Hazel Prior. Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal bekommen und hier erfahrt ihr, wie es mir gefallen hat.
Das Buch ist im Übrigen ein zweiter Teil. Ich habe das vorher nicht gewusst, doch das Buch lässt sich auch so wunderbar lesen und verstehen.
Worum geht’s?
Miss Veronica aus Schottland ist stattliche 87 Jahre alt, doch immer noch sehr unternehmungsfreudig und Neugier auf die Welt. Da kommt die Einladung zu einem Filmprojekt des berühmten Robert Saddlebow genau richtig: Miss Veronica soll zusammen mit ihm eine Naturfilmreihe über Pinguine auf der Südhalbkugel drehen. Mit dabei ist außerdem die 9-jährige Daisy, die Miss Veronica als Pflegekind bei sich aufgenommen hat.
So reisen die beiden den Pinguinen hinterher und erfahren viel über ihr Leben und die Umwelt, in der sie aufwachsen. Nur allzu schnell wird dabei klar, dass das Leben nicht nur wunderschön, sondern auch sehr zebrechlich ist.
Pinguine, Natur und die Menschen
Man kann einfach nie genug über Pinguine lernen! Und so bringt auch das Buch immer wieder neue Erkenntnisse über das Leben der verschiedenen Arten hervor. Wusstet ihr, dass die Pinguine eine Hautfalte haben, in der sie das Ei tragen? Es darf nicht von den Füßen rutschen, denn sonst ist es der Kälte hilflos ausgeliefert. Noch mehr interessante Fakten verpackt das Buch sehr charmant, indem wir den Dreharbeiten lauschen dürfen.
Doch nicht nur um die süßen watschelnden Vögel dreht sich der Roman, sondern auch um den Naturschutz. So wird selbst am scheinbar abgelegensten Fleck auf der Erde Plastikmüll angeschwemmt, den ein Mensch vor Jahren einmal nicht vernünftig entsorgt hat. So wird auch der Nachhaltigkeitsgedanke immer wieder betont.
Eine weitere Eben bringen die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Roman mit ein. Miss Veronica findet Gefallen an dem adretten Robert Saddlebow und ergründet ihre Gefühle. Ihr Enkel Patrick und seine Freundin, Pinguinforscherin Terry, erleben ebenfalls ein Auf und Ab der Gefühle und müssen herausfinden, ob sie eine gemeinsame Zukunft haben oder nicht. Und die kleine Daisy – die baut eine Bindung zu einer Pinguindame auf und lernt so das Leben in all ihren Facetten kennen. Eine tragische Familiengeschichte müssen Veronica und ihr Enkel Patrick ebenfalls verkraften, ein Ereignis, das am Ende aber umso mehr zusammenschweißt.
Der Ich-Erzähler und seltsame menschliche Einstellungen
„Miss Veronica und der Ruf der Pinguine“ wird in jedem Kapitel aus einer anderen Sichtweise geschrieben, abwechselnd auch Miss Veronicas, Terrys und Patricks Sicht. Jeweils wird hier aus der Ich-Perspektive geschrieben, was einen guten Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten gibt, mir aber manchmal ein wenig zu seltsam anmutete. Der Ich-Erzähler ist einfach manchmal etwas speziell. Die Sicht ist limitiert auf eine Person und ihren Erfahrungshorizont; umso mehr lernen wir aber über die Person selbst kennen. Ich selbst bevorzuge eher eine distanziertere Sicht, große Ausnahme war für mich die „Tribute von Panem“-Reihe, in der ich den Erzählstil auf diese Weise extrem mochte.
Hier hatte ich das Gefühl, dass ich manchmal zu nah dran bin. Miss Veronica, die in gedanklichen Monologen immer wieder betont, dass sie ja wohl keine Probleme mit dem altersbedingten Vergessen hat, wenn doch klar ist, dass sie etwas vergessen hat, oder Patrick, der mir vorkam wie der letzte Vollidiot, weil er null nachdenkt und sich am Ende des Buchs zu einem hoffnungslosen Romantiker verwandelt, was mir ebenso unglaubwürdig erschien – das alles soll sicherlich hier und da charmant wirken, aber in mir löste das ein komisches Gefühl beim Lesen aus.
Miss Veronica und der Ruf der Pinguine – Empfehlung trotz kleiner Kritikpunkte
An sich gab es doch wirklich viele Themen, die auf den knapp 400 Seiten behandelt wurden – Liebe, Tiere, Zerbrechlichkeit, eine Familientragödie, eine tödliche Krankheit und zum Schluss noch etwas Umweltbewusstsein und Plastik im Ozean ein bisschen reingequetscht – dass ich das Gefühl hatte, dass es ein bisschen arg viel gewollt war. Am Ende bleibt zur Umweltschutzthematik ein bisschen ein erhobener Zeigefinger hängen.
Aber trotzdem handelt es sich um ein kleines Wohlfühlbuch, das man durchaus mal nebenbei lesen kann, wenn man sich für die kleinen watschelnden Tierchen und ihre Auswirkungen auf die Menschheit interessiert. Ein Highlight war der Roman nicht, aber dafür eine kuschelige Geschichte, die einem das eine oder andere Lächeln ins Gesicht gezaubert hat!
Und nun seid ihr dran: Was sind eure Lieblingstiere und habt ihr schon mal einen Roman, in dem das Tier vorkam, gelesen? Lasst es mich gerne wissen 🙂
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