Buchrezension: Dolly Alderton – Everything I Know About Love

Dolly Alderton - Everything I Know About Love

Autorin: Dolly Alderton
OT: Everything I know about love
Erschienen: 2018 in UK: Penguin Random House
Seiten: 360

Manchmal braucht man sie einfach – diese Bücher, von Menschen geschrieben, die in genau deinem Alter sind, die zur gleichen Zeit ungefähr das erlebt haben, was man selbst erlebt hat. Menschen, mit denen man relaten kann. Das letzte Buch, dass das bei mir geschafft hat, ist „Everything I know about love“ von Dolly Alderton. Eine Instagrammerin war so begeistert von der Autorin, dass ich unbedingt mal ein Buch von ihr lesen musste. Dieses wurde mir empfohlen und nun verstehe ich auch, woher die Begeisterung kommt.

Worum geht’s?

Dolly Alderton ist eine britische Journalistin. In ihrer Autobiografie nimmt sie uns mit durch verschiedene Phasen ihres Lebens. Vom Finden der besten Freundin in ihrer Kindheit, bis hin zum Studium, der ersten WG, der ersten Liebe und den ersten Hochzeiten im Freundeskreis.

Ein großes Thema nimmt die Liebe im Buch ein, wie auch schon der Titel des Buches suggeriert. Vom ersten Annähern an Jungs über den MSN Chat, über das erste Mal Herzschmerz bis hin zur Erkenntnis, dass man keinen Partner braucht, um glücklich zu sein, ist alles dabei.

Intim und doch so wiedererkennbar

Die Autorin gibt ganz oft sehr intime Einblicke in ihr Leben. So zum Beispiel, wie sie sich an der Universität verhalten hat (Ich glaube, da war mehr Party als Lernen im Spiel 😉 ), oder auch der Einblick in ihre Essstörung, die sie eine ganze Weile begleitet hat. Sicher können viele – gerade Frauen – die Gedanken nachvollziehen, die die Autorin zu dieser Zeit umgetrieben haben, inklusive der Idee, dass man liebenswerter wird, je weniger Gewicht man auf die Waage bringt oder wenn man ein bestimmtes Aussehen erreicht. Damit zeigt Dolly Alderton auch auf, was zur Zeit der Millennials, auch als Gen Y bezeichnet, für so viele von uns täglich immer wieder vorgelebt wurde: Britney Spears und Christina Aguilera auf dem Bildschirm, in knapper Kleidung mit schlanken Körpern. Frauen, die super aussahen und doch beim kleinsten Fehltritt von der Presse kritisiert wurden.

Gen Y ist die letzte und einzige Generation, die einen großen Teil der Kindheit ohne Handy, Internet und Smartphone aufgewachsen ist und um die 9 bis 14 Jahre alt war, als das Internet plötzlich ein fester Bestandteil des Lebens wurde. Egal, ob Dolly Alderton in einer britischen Kleinstadt oder meine Freundinnen und ich in einer deutschen Kleinstadt – wir alle sind mit der einen oder anderen Form von Chats aufgewachsen. Was für Dolly der MSN Chat war, war für mich der ICQ Chat und es ist einfach absolut (irr-)witzig, wie sehr sich das Verhalten von Teenies auf vielen Orten der Welt ähnelt: Wie man mit dem Schwarm schreibt, wie man auf sich aufmerksam macht, indem man erst off- und dann wieder online geht, damit beim Gegenüber der eigene Name aufleuchtet. Wie man Kontakte von anderen Leuten untereinander tauscht und wie man sich nach monatelangem Schreiben in echt trifft und dann doch viel zu überfordert von der Situation ist und das Treffen nach 15 Minuten peinlicher Stille vorbei ist. Nicht nur in diesen, auch in vielen anderen Situationen habe ich mich wiedererkannt.

Älter werden und merken, dass alle schon so viel „weiter“ sind…

… ist ein weiteres Thema im Buch. Wie gesagt, es kann sehr heilend sein, von Menschen zu lesen, die ungefähr im gleichen Lebensabschnitt sind wie man selbst. So beschreibt Dolly, wie nach und nach all ihre Freundinnen aus der gemeinsamen WG ausziehen, um ein Leben mit dem Partner zu beginnen. Freundinnen heiraten, werden sesshaft und man selbst schaut dabei zu und fragt sich, warum man das Gefühl hat, festzustecken in einem komplett anderen Leben… Das Schöne ist, dass Dolly Alderton auch hier zeigt, dass es nicht darauf ankommt, was andere tun, sondern dass man für sich selbst das Leben findet und führt, das man möchte. Nicht alles muss zu der Zeit passieren, wo es bei den Freundinnen passiert, denn es gibt keine Liste im Leben, die man abhaken muss oder einen Zeitplan, den man einhalten muss.

Und manchmal, ja, da ist es auch gut, sich Hilfe zu nehmen. Im Fall der Autorin war das der Fall, als sie merkte, dass sie abgestumpft und ängstlich ist. Sie hat eine Therapeutin gesucht, und zeigt damit, dass es nie falsch ist, sich Hilfe zu suchen und diese anzunehmen, wenn man sie braucht.

Empfehlung für einen gemütlichen Leseabend

Manchmal möchte man sich einfach in eine kuschelige Decke hüllen und Worte finden, die einen aus dem Alltag holen. Dolly Alderton schafft das mit „Everything I know about love“, denn ihr Buch ist wie die warme Umarmung einer Freundin. Ihre Autobiographie zeigt, dass jeder einmal jung ist und Unsinn angestellt hat. Dass jeder einmal schlechte Entscheidungen trifft und diese aber nicht ausmachen, wer man als Mensch ist. Dass man Hilfe annehmen kann und sollte. Dass Abschiede schwer sind und diese Menschen manchmal auseinanderbringen können – oder enger zusammenführen. Dass man keinen Partner braucht, um komplett zu sein.

Schön ist auch, dass ihre Geschichten immer wieder von witzigen fiktiven Mails oder richtig leckeren Rezepten für alle möglichen Situationen unterbrochen werden. Immer wieder blitzt der Humor der Autorin auf – ein kluger Humor, der mich beim Lesen oft hat schmunzeln lassen.

Solltet ihr das Buch kennen (oder ein anderes von der Autorin), oder wenn ihr vorhabt, es zu lesen, dann schreibt mir doch sehr gerne in die Kommentare, ich freue mich auf den Austausch!

Viel Spaß beim Lesen

Eure Jacqui

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