Filmrezension: Captain Marvel – eine starke Frau auf der großen Leinwand

Captain Marvel Portrait

OT: Captain Marvel; Regie: Ryan Fleck, Anna Boden; USA: 2019.

Das Marvel Cinematic Universe steckt immer wieder voller Überraschungen. Nachdem die Kinogänger in den letzten zehn Jahren die einzelnen Avengers und noch einige andere Superhelden wie die Guardians of the Galaxy kennenlernten, mischt nun eine Dame die Kinoleinwand auf und zeigt, dass sie eine ebenbürtige Superheldin ist. Die Rede ist von Captain Marvel, der Heldin, deren gleichnamiger Film vor etwas mehr als einer Woche in die Kinos kam.

Worum geht’s?

Captain Marvel“ spielt im Jahr 1995. Wir lernen Vers kennen, offenbar eine außerirdische Kree, die wieder einmal einen Albtraum durchlebt, in dem sie an der Seite einer älteren Frau kämpft. Vers, die übernatürliche Kräfte hat, lernen wir als starke, junge Frau kennen, die im Training gegen ihren Commander Yon-Rogg kämpft, wobei sie ihre Kräfte beherrschen lernen soll.

Da eine Skrull-Invasion auf Vers‘ Planeten Hala droht, wird sie zusammen mit weiteren Kree auf eine Mission geschickt, um den Kree-Spion Soh-Lar zu retten. Bei der Ankunft auf dem Planeten Torfa geraten die Kree jedoch in einen Hinterhalt der Skrull. Vers wird gefangen genommen, da sich die Skrull Informationen über eine gewisse Dr. Wendy Lawson erhoffen. Durch das Eindringen der Skrull in ihre Erinnerungen durchlebt auch Vers die Szenen aus ihrer Vergangenheit und ihrer Kindheit, an die sie sich so nicht mehr erinnern kann. Vers gelingt schließlich die Flucht vor dem Skrull Talos und seinen Schergen, doch dabei landet sie auf der Erde.

Dort angekommen, wird der S.H.I.E.L.D.-Agent Nick Fury zusammen mit dem Neuling Phil Coulson auf die Dame in dem sonderbaren Anzug angesetzt, sie sollen sie gefangen nehmen. Doch es stellt sich heraus, dass eine noch viel größere Gefahr droht: Die Skrull haben Vers bis zur Erde verfolgt und da sie jede Gestalt annehmen können, sind sie bestens getarnt, um ihre Verfolgungsjagd zu starten.

Schon bald stellt sich jedoch heraus, dass die Skrull lediglich ihre Freiheit wollen. Talos hat sogar die Aufnahme einer Blackbox, die nach dem Unfall von Carol Danvers, wie Vers in Wirklichkeit heißt, gefunden wurde. Carol fängt wieder an sich zu erinnern, wer sie wirklich war und wer ihre Freundin Maria ist und wie sie zu ihren unglaublichen Kräften kam. Carol wird klar, dass die Skrull jahrelang von den Kree unterdrückt wurden und dass die Kree sogar ihr einiges verschwiegen haben…

Captain Marvel
©The Walt Disney Company Germany GmbH

Carol Danvers ist Captain Marvel

Wo soll ich nur anfangen bei diesem Film, den ich wirklich an so vielen Ecken und Enden gelungen fand? Vielleicht steige ich ein mit der Protagonistin, Carol Danvers. Zuerst nur als Vers bekannt, lernen wir sie als Kree-Frau mit fantastischen Kräften kennen. Doch ihre Vergangenheit bleibt schleierhaft. Erst als die Skrull sie gefangen nehmen, werden sowohl ihr als auch uns einiges aus ihrer Vergangenheit klar: Vers ist ein Mensch der Erde, eine Frau, die schon in ihrer Vergangenheit mehr als mutig als Testpilotin für neue Flugzeuge gearbeitet hat.

Wir sehen Szenen von ihr, wie sie sich gegen überhebliche Männer durchsetzt, wie sie den Pilotensitz selbstverständlich einnimmt und wie sie sich für ihre Freunde und Kollegen aufopfert und einsetzt. Als Vers auf der Erde landet, kommt sie vor allem mutig, aufgeschlossen und kampfbereit daher. Doch der wirkliche Ausbruch erfolgt, zusammen mit Nick Fury, der Katze Goose, ihrer besten Freunden Maria und dem Skrull Talos, als Vers erfährt, wer sie früher war und als sie gegen die Kree kämpft, die sie und ihre Kräfte einfach 6 Jahre lang für sich selbst nutzten. Carol findet wortwörtlich zu sich selbst und obwohl ihr gedroht wird, dass ihr die Kräfte jederzeit genommen werden können, macht sie sich frei von den Fesseln und schafft es schließlich, die Kräfte, die sie durch die Zerstörung des Lichtgeschwindigkeitsantriebs von Dr. Lawson bekommen hat, zu kontrollieren und für die Beendigung eines langen Krieges zwischen Skrull und Kree zu nutzen. Carol wird zu Captain Marvel, einer starken Frau nicht nur im körperlichen Sinn, die es schafft, ein Volk und die Erde zu retten.

Für mich war Carol spätestens ab dem Zeitpunkt der Verwandlung zu Captain Marvel eine Figur, zu der man nur aufsehen kann. Obwohl sie so lange nicht wusste, wer sie war und was sie durchlebt hat, hat sie es geschafft, immer wieder aufzustehen, nicht aufzugeben und zu sich selbst zu finden. Noch dazu war sie bereit, sich die Seite der ursprünglichen Gegner anzuhören und sich auf andere Meinungen einzulassen. Ich hatte nie den Eindruck, dass Carol einen Egotrip fährt und das hat sie mir unendlich sympathisch gemacht!

Nick Fury und Carol Danvers
©The Walt Disney Company Germany GmbH

Kriege im Weltall

Eine zweite Ebene im Film war für mich der Umgang mit Kriegen. Stets wird betont, dass die vorhandenen Waffen benutzt werden sollen, um Kriege zu beenden. Das hören wir vor allem von Dr. Lawson, die ein ganz bestimmtes Geheimnis und eine ganz besondere Waffe hat…

Diese Aussage bezieht sich zunächst vor allem auf Kriege auf der Erde. Doch schon bald wird deutlich, dass nicht nur auf der Erde Kriege herrschen, sondern auch im All. Die Situation der Skrull, die in den Krieg mit den Kree geraten sind, ist für mich das beste Beispiel: Die Skrull sind vor den Kree geflüchtet, da sie zunehmend unter ihrer Herrschaft litten. Familien wurden getrennt, manche von ihnen flüchteten ins Weltraum-Labor von Dr. Lawson, die eigentlich Mar-Vell früher war und ihre Kräfte auf Carol übertrug. Dieser Augenblick, als die Skrull befreit und gerettet wurden, war für mich so rührend und erinnerte mich sofort an das, was auch dieser Erde tagtäglich geschieht.

90er-Humor und Wiedersehen mit alten Bekannten

Was auch keinesfalls vergessen werden darf, ist der ziemlich geniale Humor von „Captain Marvel“! Fast schon in der Manier von Guardians of the Galaxy wird die Zeit der 90er gefeiert, indem bekannte Lieder im Hintergrund laufen und durch Mode und Popkultur immer wieder auf die Zeit hingewiesen wird: Es gibt noch Videotheken, Nick Fury trägt die 90er-mäßigste Sonnenbrille, die er bekommen konnte, graue Gameboys sind zu sehen und Telefonzellen sowie Pager sind an der Tagesordnung. Im Kino haben diese Anspielungen für so manch lautes Gelächter gesorgt 😀

Auch Fury selbst ist einfach herrlich: Ich habe mich riesig gefreut, dass Furys Charakter einmal genauer beleuchtet wird und er eine der Hauptfiguren ist! Und wer hätte gedacht, dass er ein solcher Katzenfreund ist? 😉 Übrigens wird auch endlich das Geheimnis um Furys Augenklappe gelüftet. Schließlich kennen wir ihn aus den neueren Filmen zur mit Augenklappe, die auf harte Kämpfe in der Vergangenheit schließen lassen!

Goose die Katze
©The Walt Disney Company Germany GmbH

Und zu guter Letzt habe ich mich auch noch unglaublich darüber gefreut, dass Phil Coulson als frisch Gebackener S.H.I.E.L.D.-Neuling mit dabei war! Ich kann euch gar nicht sagen, wie ich ihn vermisst habe seit den Avengers! Da ich auch die Marvel-Serie „Agents of S.H.I.E.L.D.“ schaue, weiß ich zwar, wo er sich so herumtreibt, aber ihn zurück auf der Leinwand zu sehen hat mein Fangirl-Herz gefreut! 😊

Meine Meinung

Captain Marvel“ ist für mich einer der besten Marvel-Einzelfilme der letzten Zeit! Es wurde allerhöchste Zeit, dass auch eine Superheldin einmal ihren eigenen Film bekommt und mit Carol Danvers wurde eine tolle, bewundernswerte Figur geschaffen, die für Groß und Klein ein Vorbild sein kann. Das hat für mich auch nicht viel mit Feminismus zu tun; es war einfach an der Zeit für einen solchen Film. In diesem Sinne freue ich mich übrigens auch schon sehr auf den Einzelfilm von Black Widow!

Sowohl thematisch als auch was den Aufbau betrifft, war der Film für mich sehr sehenswert. Dabei standen für mich weniger Kampfszenen oder CGIs im Vordergrund, sondern eher die verschiedenen Ebenen von Selbstfindung, Krieg, Frauenpower und Freundschaft. Auch humoristisch ist der Film sehr gelungen und ich bin nun gespannt, welche Rolle Captain Marvel schließlich auch in „Avengers: Endgame“ spielen wird. Fury hat ja schließlich noch einen alten Pager dabeigehabt, den Carol für ihn vor vielen Jahren modifiziert hat…

Und nun seid ihr dran: Habt ihr den Film gesehen oder habt ihr ihn vor, zu sehen? Wie fandet ihr ihn? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Viel Spaß im Kino wünscht eure
Jacqui

Meine Bewertung im Detail

Handlung ♥♥♥♥♥

Charaktere ♥♥♥♥♥

Emotionen ♥♥♥♥♥

Umsetzung/Optik ♥♥♥♥♥

Gesamt 5/5

 

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About mademoisellepusteblume

Hi! Ich bin Jacqui und noch sehr neu in der Welt des Bloggings. Nachdem ich mir immer vorgestellt hatte, einen Blog über Dinge zu führen, die mich und möglicherweise auch Andere interessieren, setze ich dieses Vorhaben nun in die Tat um. Momentan bin ich noch Studentin der Film- und Medienwissenschaften. Ich liebe Bücher, Filme, Serien und Musik über alles. Auch Fotografieren, Sport machen, Sprachen und die Natur erkunden gehören zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich hoffe, die einen oder anderen Leser auf eine Reise durch meine Gedanken mitnehmen zu können!

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