Buchrezension: Atticus – Love. Her. Wild. Poems

Beitragsbild Atticus - Love. Her. Wild.

Autor: Atticus
Titel: Love. Her. Wild. Poems
Erschienen: 2017, Großbritannien: Headline Publishing Group
Seiten: 225

Manchmal sind es die einfachen Worte, die einen gefangen nehmen und einen Weg zum Herzen finden. Kennst du das auch? Ich habe das neulich erlebt, als ich den Gedichtband „Love. Her. Wild.“ von Atticus las.

Worum geht’s?

Atticus kennen viele von uns sicherlich durch Instagram. Durch seinen Account „atticuspoetry“ hat er sich mit kraftvollen, kurzen Gedichten, oftmals in einer einfachen Schriftart gehalten, einen Namen gemacht. Manchmal begleiten auch Fotos seine Gedichte.

Wenn junge Menschen wieder anfangen, Gedichte zu lesen: Was ist dran an dem Hype?

Auch ich habe mich in den Account und die Worte des jungen Poeten verliebt. Schnörkellos hält er den Lesern und Leserinnen oftmals den Spiegel vor die eigenen Emotionen oder drückt das Unaussprechliche aus. In seinem Band „Love. Her. Wild.“ (welches jedoch nicht das einzige Buch von ihm ist), sind einige seiner schönen Gedichte versammelt.

Das Schöne ist, dass diese nicht einfach wahllos aneinandergereiht sind, sondern diese in drei „Teile“ eingeteilt werden, die dem Namen des Buchs folgen: „Love“, „Her“ und „Wild“. Die Titel sind meiner Meinung nach aussagekräftig und selbsterklärend.

‘There’s too much risk in loving’,
the young boy said.
‘No,’
said the old man,
‘there’s too much risk in not.’
(S. 18)

Wir werden sanft in eine Welt hineingeführt, in der die wahre Liebe existiert, die Liebe auf den ersten Blick, Beziehungen, an die jeder von uns glauben möchte. Aber auch Herzschmerz, Angst vor Verlust und Traurigkeit spiegeln sich in Atticus‘ Worten wider.

Ein Gedicht von Atticus

Der Schreibstil

Handelt es sich bei Atticus‘ Texten nun um Lyrik, also um Gedichte? Meiner Meinung nach schon, doch man könnte wohl auch argumentieren, dass die „klassische Gedichtstruktur“ ja gar nicht mehr vorhanden ist. In der Schule haben wir schließlich gelernt, Reimschemata und die Metrik zu bestimmen, Verse zu analysieren und Stilfiguren herauszufinden. Bei Atticus suchen wir beispielsweise Reimformen vergeblich.

She was afraid of heights
but she was
much more afraid
of never flying.
(S. 98)

Ich persönlich finde das nicht schlimm. Die lyrische Gattung hat sich schon immer verändert und heutzutage werden oftmals solche Arten von Gedichten geschrieben. Bei Atticus wird deutlich, dass es sich oft um einzelne, manchmal sogar sehr kurze Sätze handelt, die er in eine Gedichtform bringt.

So schön ich auch alte Gedichte aus verschiedenen literarischen Epochen finde, so schön finde ich es, dass Atticus diese Art des Ausdrucks der Gefühle gefunden hat. Auf viele junge Menschen wirkt, denke ich, so eine altertümliche Reimform vielleicht auch zu gestelzt, zu gekünstelt.

Atticus‘ Poesie lebt davon, in wenigen Worten besonders ausdrucksstark zu sein und mit seiner Art ins Herz zu treffen. Seine Art zu schreiben hat außerdem einen hohen Wiedererkennungswert. In seinen Texten schwingt oftmals Melancholie und die Sehnsucht nach mehr mit. Schon fast ein bisschen wie die früheren Romantiker.

Der Aufbau des Buchs – Instagram lässt grüßen

Was beim Durchlesen oder -blättern des Buchs besonders auffällt, ist die Schlichtheit gepaart mit unglaublich ästhetischen Bildern in Schwarz-Weiß. Instagram lässt hier definitiv grüßen! Diese Art der Fotos spricht sicherlich eine Menge junge Menschen an. Doch sie sind auch immer passend gewählt und unterstützen oft die Aussage eines Gedichts. Wie auch auf seinem Account bei Instagram sind manchmal Bilder zu finden, in denen das Gedicht direkt integriert ist.

Mir gefällt, dass es kein reines Bilderbuch ist, und das Hauptaugenmerk dadurch nie komplett von den Texten weggeführt wird.

Ein Gedicht von Atticus

Mich hat das Buch in jedem Fall auf vielen Ebenen angesprochen! Es erweckt manchmal Erinnerungen an frühere Zeiten, es lässt an unerfüllte Lieben denken, an die Liebe, die gerade da ist und an Sehnsüchte und Wünsche, die schon lange in einem geschlummert haben. Außerdem umweht die Gedichtesammlung eine gewisse Romantik, ohne aber ins Kitschige abzudriften.

„Love. Her. Wild.“ Kann zwar in einem Rutsch durchgelesen werden, aber auch in Häppchen ist das Buch perfekt geeignet, ebenso zum einfachen Stöbern an einem regnerischen Nachmittag. Das Buch ist ein kleiner Seelenstreichler, wie ein guter Freund, zu dem man immer wieder gehen kann – die richtigen Worte werden sich auf jeden Fall finden!

Kennst du die Gedichte von Atticus? Wie gefällt dir, was er tut? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

Viel Freude beim Lesen wünscht
Jacqui

Meine Bewertung im Detail

Thema ♥♥♥♥♥

Sprache ♥♥♥♥♥

Emotionen ♥♥♥♥♥

Gestaltung ♥♥♥♥♥

Gesamt 5/5

 

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