Buchrezension: Kristin Cashore – Die Beschenkte

Buch von Kristin Cashore "Die Beschenkte"

Autorin: Kristin Cashore
OT: Graceling
Erschienen: 2009 in Hamburg: Carlsen Verlag
Seiten: 493

Man nehme eine große Portion Fantasy, eine starke Protagonistin, eine besondere Gabe und eine wichtige Aufgabe, werfe alles in einen Topf, rühre einmal kräftig um und heraus kommt „Die Beschenkte“, der Debutroman der Autorin Kristin Cashore, die mit diesem Fantasyroman einen sehr starken Auftritt hinlegt.

Worum geht’s?

Katsa ist eine besondere junge Frau: Sie ist in allen sieben Königreichen bekannt, denn sie besitzt die Gabe des Tötens. Als sie Bo, dem Prinzen von Lienid begegnet, merkt sie, dass auch er eine besondere Gabe hat. Welche das ist, findet sie schon bald heraus.

So unterschiedlich die beiden auch sind, so führt sie doch ihr Weg zusammen, denn sie müssen die junge Prinzessin eines grausamen Königs, der ebenfalls mit einer teuflischen Gabe beschenkt ist, in Sicherheit bringen. Auf diesem Weg erleben Bo und Katsa viele Abenteuer und sie lernen einander kennen.

Katsa lernt dabei nicht nur Bo kennen, sondern sie lernt auch viel über sich selbst – und ihre Gabe. Sollte die Gabe wirklich nur das Töten sein – oder steckt nicht viel mehr hinter der Frau, die problemlos in den kältesten Temperaturen überlebt oder schwere Lasten mit Leichtigkeit tragen kann?

Lavendel als Deko vor Kristin Cashores Buch

Feministische Storyline

Mir gefiel beim Lesen besonders, dass Katsa als starke Frau im Vordergrund stand. Fiel es mir am Anfang noch schwer, sie sympathisch zu finden, entwickelte sich aber nach und nach eine Zuneigung zu ihr und ihren Vorstellungen vom Leben. Sie ist eine Frau, die sich von keinem Mann abhängig machen möchte. Sie möchte nicht heiraten und weiß, dass sie einen Menschen auch lieben kann, ohne sich das Ja-Wort geben oder Kinder bekommen zu müssen. Sie kann Entscheidungen allein treffen und setzt gerne ihren Dickkopf durch.

Dennoch ist sie von Männern abhängig. So zum Beispiel von Randa, der ihr Onkel und der König von Middluns ist und in dessen Dienst sie steht. Mit der Zeit wird aber immer deutlicher, dass sie nicht mehr dazu bereit ist, auf Befehl eines Königs zu agieren, denn dabei verliert sie sich selbst immer mehr.

Als sie sich auf den Weg macht, Bitterblue, die Tochter des teuflischen Königs, zu retten und zu schützen, macht sie sich gleichzeitig auf eine Reise zu sich selbst, ihren eigenen Gefühlen und Prioritäten. Zum ersten Mal verliebt sie sich und zum ersten Mal erfährt sie, was es bedeutet, Angst zu haben jemanden zu verlieren. Diese Reise las sich sehr spannend und mitunter auch sehr rührend.

Schreibstil: noch nicht ganz ausgereift

Der Debütroman von Kristin Cashore ist, was die Story betrifft, richtig gut geworden. Abzüge gibt es aus meiner Sicht jedoch für den Schreibstil. Dieser scheint mir an manchen Stellen noch nicht ganz ausgereift zu sein. Manche Satzstellungen klingen einfach seltsam und ich hätte sie aus einem Gefühl heraus zum Teil anders geschrieben. Das scheint auch nicht, oder zumindest nicht nur, an der deutschen Übersetzung zu liegen. Kritische Stimmen bemängeln auch im Englischen die Syntax.

Anfangs fiel es mir zudem schwer, in die Geschichte zu finden. Es hat gut 50-100 Seiten gedauert, bis ich so richtig in der Geschichte war. Bei knapp 500 Seiten ist das okay, aber anfangs war ich doch ein bisschen verloren, bis ich verstand, wer wo regiert, wo wir uns befinden und wohin es gehen soll. Mir schien recht viel vorausgesetzt zu werden, statt dass die Autorin die nötigen Infos zum Verständnis liefert.

Einmal in der Geschichte angekommen, lief es aber richtig gut. Ich habe das Buch gerne in die Hand genommen und wenn ich Schluss gemacht habe, fragte ich mich immer wieder, wie es denn wohl weitergehen mag. Ich mochte es vor allem, Katsa und Bitterblue auf ihrem schweren Wegesabschnitt zu begleiten. Das war kurzweilig und zeigte nicht nur einen Einblick in die Persönlichkeiten, sondern auch in die Welt, in der „Die Beschenkte“ spielt.

Bis ich den zweiten Teil lese, wird es wohl noch eine Weile dauern, aber ich freue mich schon darauf!

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