Buchrezension: Charlotte Suhr – La Vie En Philosophie. Ausgewählte Texte zu Feminismus und sozialer Gerechtigkeit

Das Buch von Charlotte Suhr – La Vie En Philosophie drapiert mit Blumen

Autorin: Charlotte Suhr
Titel: La Vie En Philosophie. Ausgewählte Texte zu Feminismus und sozialer Gerechtigkeit.
Erschienen: 2022 bei Books on Demand
Seiten: 182

Wie sieht es bei euch aus: Lest ihr auch gerne einmal Bücher, die keine Romane sind? Über Poetry haben wir ja letztes Mal schon gesprochen. Dieses Mal möchte ich einen Sammelband vorstellen, der bei Books on Demand erschienen ist und der sich – wie der Titel bereits verrät – mit Feminismus und sozialer Gerechtigkeit beschäftigt.

Worum geht’s?

Das Buch hat Charlotte Suhr, eine Instagrammerin, die unter dem Namen @chaarlottchen auf der Plattform schreibt, herausgebracht. Schon lange folge ich ihr wegen ihrer präzisen und gut recherchierten Texte zum Thema Feminismus. Einige ihrer Beiträge und weitere Artikel, die sich in ihrer Schublade befanden, hat die Autorin nun in einem Sammelband herausgebracht. 

Es gibt verschiedene Blöcke, in die das Buch unterteilt ist: Philosophie, Sexismus und Misogynie, sexualisierte Gewalt, Soziale Gerechtigkeit und Diskriminierung und Veganismus. Jeder dieser Blöcke hält mehrere kurze Texte bereit, die sich um die jeweilige Thematik drehen.

Auf den Punkt gebracht

Charlotte ist studierte Philosophin und das merkt man den Texten auch an. Für viele Geschehnisse, die mir auch schon aufgefallen sind, hat sie eine Einordnung und Erklärung. Das fand ich beim Lesen unglaublich hilfreich und hatte gleichermaßen einen Lerneffekt für mich.

Sie spricht zum Beispiel an, warum das Argument der „Freiheit“, zum Beispiel wenn es um die Diskussion von Tempolimits auf Autobahnen oder die Impfpflicht geht, eigentlich fehl am Platze ist. Sie spricht über „Natürlichkeit“ und dass dies keinesfalls immer etwas Gutes bedeutet, zum Beispiel wenn es um die medizinische Verpflegung geht.

Es geht auch um das weite Thema des Feminismus: so zum Beispiel das Körperbild von Frauen und dass ihnen leider schon viel zu lange beigebracht wird, sich klein zu machen. Beine schließen, Arme an den Körper pressen. Wenn Frauen dann beispielsweise in das Feld des Kraftsports gehen, haben nicht gerade wenige erst einmal damit zu kämpfen, Raum einzunehmen. Viele achten darauf, beim Sport stets gut auszusehen. Entgleiste Gesichtszüge, womöglich Geräusche, die der Körper beim Anheben von Lasten produziert? Peinlich! Doch auch das hat das Patriarchat den Frauen beigebracht. Es ist nun an der Zeit, den Raum zu beanspruchen, den Männer schon immer ganz selbstbewusst eingenommen haben.

Die Autorin zeigt in ihren Texten, dass es an uns ist, etwas gegen bestehende Verhältnisse zu unternehmen. „Alte, weiße Männer“ wird es immer geben, wenn sich niemand dafür einsetzt, dass sich an der aktuellen Situation etwas ändert. Das gilt genauso für alles, was Diskriminierung und Rassismus betrifft. Ohne Aktion wird es auch in den nächsten 50 oder 100 Jahren Situationen geben, in denen gesagt wird „Das ist dir wirklich passiert? Wie schrecklich.“

Sprachlich leicht zu verstehen

Die hohe Kunst, die der Autorin gelingt, ist, dass sie solch anspruchsvollen und wichtigen Themen anspricht, ohne die Leser und Leserinnen durch die Anwendung schwieriger Sätze oder Begriffe zu verlieren. Für die Begriffe, die potentiellen Erklärungsbedarf haben, findet sich am Ende des Buchs sogar ein Glossar.

Die Autorin schreibt zu jedem Thema kurze Artikel, die niederschwellig sind und auch für Einsteiger und Einsteigerinnen sehr gut verständlich sind. Ganz oft hat sie außerdem verständliche Vergleiche parat, mit denen ein Thema spätestens dann nachvollziehbar wird. Und trotzdem wird ganz oft der Faden hinüber zur Philosophie gezogen, mit der sie ihre Aussagen und persönlichen Stellungen oft untermauert. Das finde ich schon einen Wahnsinnsspagat, den die Autorin hier schafft.

Ich erhoffe mir auf jeden Fall noch mehr solcher Texte von Charlotte Suhr – ich wäre auch durchaus bereit, längere Texte zu lesen, mit denen man noch mehr in die Thematik eintauchen kann. Ich bin sicher, dass die Autorin die Expertise dafür hat und auch so viele Leser und Leserinnen in ihren Bann ziehen kann!

Wer möchte, kann die Texte übrigens auch auf Charlotte Suhrs Patreon oder Steady im Gegenzug für eine Mitgliedschaft lesen. Große Empfehlung an dieser Stelle!

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Jacqui

3 Kommentare zu „Buchrezension: Charlotte Suhr – La Vie En Philosophie. Ausgewählte Texte zu Feminismus und sozialer Gerechtigkeit

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  1. hey jacqui,
    eine tolle rezension 🙂 hab das buch auf der wunschliste, ich mag ihren insta content auch sehr und habe auch vor kurzem ihr patreon abonniert, aber bisher noch nichts davon gelesen. freue mich aber sehr drauf, vlt kann ich sogar was mein studium betrifft davon profitieren.
    lg ❤

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