Buchrezension: Trudi Canavan – Magie

Trudi Canavan – Magie

Autorin: Trudi Canavan
OT: The Magician’s Apprentice
Erschienen: 2009 in München: Penhaligon Verlag
Seiten: 734

Lest ihr eigentlich auch gerne mal ältere Bücher oder reizen euch eher die neuesten Storys auf dem Markt? Ich habe festgestellt, dass ich da recht breit aufgestellt bin. Mir ist es mehr oder weniger Wurscht, ob ein Titel 2009, 2019 oder 2023 erschienen ist, solange ich von der Geschichte gefesselt bin. Unter Umständen interessieren Rezensionen dazu dann weniger Leute, aber das ist irgendwie auch okay für mich.

Dementsprechend habe ich mich einem kleinen Geheimtipp meiner jüngeren Schwester gewidmet, denn sie hat die „Sonea“ und die „Gilde der Magier“-Reihe von Trudi Canavan bereits als Teenie verschlungen, während ich erst jetzt auf die Geschichten aufmerksam wurde. So hat sie mir die Vorgeschichte namens „Magie“ von Trudi Canavan geliehen, die ich zuletzt inhaliert habe.

Worum geht’s?

Tessia wächst im Dorf Kyralia als Tochter eines Heilers auf und wünscht sich nichts sehnlicher als einmal in die Fußstapfen ihres Vaters treten zu können. Als Tessia jedoch bedrängt wird, zeigt sich, dass in ihr die Gabe der Magie steckt. Lord Dakon nimmt sie als Novizin in seine Obhut, um sie zur vollwertigen Magierin auszubilden. Mit ihrer Macht gehen aber auch Gefahren und Verantwortung einher, denn ein großer Krieg steht zwischen Kyralia und dem Nachbarreich Sachaka kurz bevor. Tessia muss möglichst schnell dazulernen, um den Menschen im Kampf zur Seite stehen zu können.

Viel Zeit für Charakterentwicklung

Mit seinen über 700 Seiten ist das Buch natürlich nicht gerade mal eben nebenbei gelesen. Das Positive daran ist aber, dass man sich in Ruhe allen Charakteren widmen kann und niemand zu kurz kommt. Ich finde, dass die Autorin das gut ausgenutzt hat. So lernen wir die Protagonistin Tessia von allen Seiten kennen, wissen, was sie bewegt, was ihr wichtig ist und was sie auf die Palme bringt. Auch ihre zunächst freundschaftliche Beziehung zu Jayan können wir während des Buchs gut nachempfinden.

Eine weitere Perspektive nimmt die von Stara ein. Zugegebenermaßen kam das für mich ein bisschen überraschend, da sie aus meiner Sicht der Geschichte auch erst mal nicht viel gegeben hat. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mit ihr „warm“ wurde, aber auch sie hat sich als eine starke und interessante Frau herausgestellt, die ihre Aufgabe in der Geschichte hat.

Die Perspektive des Sklaven Hanara kam ebenfalls vor. Vielleicht scheint seine Sicht zunächst eher wenig sinnstiftend zu sein. Ich denke aber, dass seine Sicht auf die Geschichte gut getan hat, denn so konnte ich beim Lesen herausfinden, dass die Lords zum Teil Sklaven nutzen, um ihnen Energie zu entziehen und dadurch ihre Macht „aufzufüllen“. So wird auch schnell klar, dass Lord Takado ein furchtbarer Mensch ist, der nicht nur Hanara ausnutzt.

Einige Längen trotz spannender Geschichte

Abstriche würde ich bei dem Roman nur in der Länge machen. Wie ich bereits geschrieben habe, denke ich, dass die Länge super war, um Charaktere gut herauszuarbeiten, das Setting zu setzen und die Problematik zwischen den Völkern zu erklären. Manches zog sich dann allerdings doch sehr in die Länge, gerade in der Mitte des Buches, als Tessia ausgebildet werden sollte, was viel Zeit in Anspruch nahm, ohne dass etwas Bedeutendes passiert wäre. An diesen Stellen hat Stara die Geschichte für mich mehr dominiert. Man hätte an diesen Stellen also das Ganze vielleicht etwas komprimieren können.

Nichtsdestotrotz finde ich, dass hier ein Wahnsinnsbrocken als Vorgeschichte vorgelegt wurde. Es ist alles dabei: Das Setting wird ausführlich geklärt, wir erfahren, welche Bevölkerungen es gibt und was es mit den Magiern auf sich hat und wie diese arbeiten. Für mich der absolut beste Einstieg in die Reihe, die nun darauf folgt und die ich mir sicher bei meiner Schwester ausleihen werde 😉

Wie ich schon mal geschrieben habe, fällt es mir immer schwerer, Fantasy Geschichten richtig gut zu finden, weil mir oft das gewisse Etwas fehlt. Mit „Magie“ von Trudi Canavan sieht es nun ganz anders aus – das Buch hat mich trotz seiner Länge gepackt und ich freue mich, irgendwann die komplette Reihe lesen zu können.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Jacqui

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