Buchrezension: Liza Grimm – Unfollow Me. Vom Fluch gezeichnet, von Liebe verfolgt

Liza Grimms Buch "Unfollow Me" ist zu sehen.

Autorin: Liza Grimm
OT: Unfollow Me. Vom Fluch gezeichnet, von Liebe verfolgt
Erschienen: 2024 in München: Droemer Knaur GmbH
Seiten: 377

Habt ihr schon mal in einer Leserunde mitgemacht und euch anschließend über die gelesenen Abschnitte ausgetauscht? Ich habe zuletzt die Leserunde zu „Unfollow Me“ von Liza Grimm auf den Twitch Account der Autorin verfolgt. Jede Woche haben wir einen bestimmten Abschnitt gelesen und anschließend das Zitat der Woche gekürt. Auch viele spannende Fragen konnten direkt von der Autorin beantwortet werden. Ein tolles Erlebnis!

Worum geht’s?

Toni ist eine erfolgreiche Influencerin, die jedoch ihre wahre Identität geheim hält, da ein Stalker sie in der Vergangenheit verfolgt hat. In New York betreut sich verschiedene Influencerinnen und arbeitet daneben auch an ihrem erfolgreichen Account. Eines Tages wird Toni jedoch von einer seltsamen Kreatur, einem Monster, angegriffen. Zum Glück kommt ihr Hikaru zur Hilfe, und Toni erfährt erst später, dass er einer der erfolgreichsten Mangaka ist.

Doch Hikaru hat ein Geheimnis: Seit seiner Kindheit hat er die Fähigkeit, dass Figuren, die er zeichnet, zum Leben erwachen. Sie verlassen das Papier und stellen Unheil in der echten Welt an. Bisher konnte Hikaru die Monster immer als PR-Gag tarnen, doch durch die Angriffe der Monster auf die Menschen ist das irgendwann nicht mehr so einfach.

Hikaru und Toni lernen sich mit der Zeit immer besser kennen. Sie haben eine gemeinsame Vorliebe für bestimmte Manga, Filme und Bücher, was sie einander näherbringt. Doch noch ahnen beide nicht, wer jeweils noch hinter dem Menschen steckt, den sie kennengelernt haben.

Eine besondere Perspektive

Das Buch ist aus zwei verschiedenen Perspektiven geschrieben. Entweder verfolgen wir Tonis Leben, oder das von Hikaru. Dadurch entsteht eine besondere Dynamik, denn wir können in beide Köpfe und Gefühlswelten Einblick bekommen.

Das ist auch gut so, denn sowohl Toni als auch Hikaru haben beide eine Vergangenheit, die sie als Menschen sehr geprägt haben. Toni ist seit ihrer Erfahrung mit dem Stalker sehr viel vorsichtiger im Umgang mit Menschen geworden und braucht eine Weile, bis sie jemandem vertrauen kann. Dadurch kommt sie manchmal etwas kalt oder unnahbar bei Menschen an. Doch es zeigt sich, dass sie, wenn sie einen Menschen ins Herz geschlossen hat, diesen auch nicht mehr so schnell wieder loslässt.

Hikaru wurde von seiner Familie aufgrund seiner Gabe verstoßen. Er lebt sehr zurückgezogen in seiner Wohnung und lässt nur sehr wenige Menschen nah an sich heran. Zu Matthew hat er bereits eine tiefere Freundschaft aufgebaut, doch er hat Angst, dass seine Gabe (oder wie er es lange sieht: sein Fluch) sich in den unpassendsten Momenten zeigt. Er versucht als Zeichner des Mangas „Haru no Hikari“ anonym zu bleiben und verzichtet dafür auf viel Leichtigkeit im Leben.

Doch indem Toni und Hikaru viel Zeit miteinander verbringen, schaffen sie es, die zarten Seiten an dem jeweils anderen herauszuholen. Doch können sie sich auch gegenseitig ihr Geheimnis anvertrauen…?

„Erleichterung breitete sich in mir aus, und ich widerstand dem Drang, Stefano um den Hals zu fallen. Meine Kehle war trocken, und meine Augen brannten. All die Jahre war ich nicht wirklich allein gewesen. (S. 155)“

Lovestory und tolle Nebencharaktere

Mir hat vor allem die sich entwickelnde Lovestory zwischen den beiden sehr gefallen. Man merkt beiden an, dass sie sehr vorsichtig sind und nicht so schnell die Liebe in ihrem Leben zulassen. Doch wie sich langsam das Vertrauen zueinander aufbaut und beide füreinander ein sicherer Hafen sind, das war einfach wunderschön zu lesen.

„Ich versteh nicht, wie Menschen ständig sagen können, dass Romance nur seichte Unterhaltung ist. Dabei ist es wirklich schwierig, innere Konflikte so spannend zu gestalten, dass die Leute am Ball bleiben. So ganz ohne Drachen und Cyberware.“

Unterstützt wird die Geschichte übrigens von Megumis Zeichnungen. So gibt es zwischendrin immer mal wieder Zeichnungen von den Reaktionen der Protagonist:innen oder einfach Szenen, die bildlich dargestellt werden. Sowohl in den Bildern als auch in der Sprache sieht man immer wieder Parallelen, die eingearbeitet wurden. Das sind die Kleinigkeiten, durch die das Lesen ganz besonders viel Spaß macht! In unserer Leserunde hat die Autorin Liza Grimm sich übrigens immer total gefreut, wenn uns diese Kleinigkeiten aufgefallen sind.

Neben Toni und Hikaru gibt es aber auch noch ganz tolle Nebencharaktere, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Zum Beispiel gibt es Matthew, den Freund von Hikaru. Während er anfangs noch etwas verpeilt wirkt, hat er sich über das Buch hinweg in mein Herz vorgearbeitet. Er ist ein toller Freund für Hikaru, der einfach hinter ihm steht und er hat das Herz am richtigen Fleck, auch wenn das mit der Liebe bei ihm noch manchmal etwas schwierig ist.

Candice hingegen ist eine Influencerin, die von Toni betreut wird. Doch es gibt eine Szene in einer Bar, in der die beiden Frauen sehr tiefgründig miteinander reden und sich das eine oder andere Geheimnis gegenseitig anvertrauen.

Zuletzt ist da noch Rose aus dem Buchladen. Sie hat nur einen kurzen Auftritt, doch sie wirkte ein bisschen wie die weise Person, die über allem steht und schon ganz genau weiß, dass sich auf Tonis und auf Hikarus Seite bereits Gefühle entwickelt haben. Rose ist einfach total freundlich und man möchte sie am liebsten umarmen.

Leseempfehlung

Abgesehen vom Fantastischen und vom Liebesthema, die das Buch durchziehen, gibt es auch immer wieder humorvolle Momente, wie man sie von Liza Grimm eben kennt:

Der Mottenkönig flog ein Stück zurück, und ich wollte gerade erleichtert aufatmen, da prallte er mit voller Wucht gegen das Fenster. Also tat ich das, was jeder Mensch in dieser Situation getan hätte: Ich machte ein Video. (S.182)

Das Buch ist für mich ein richtiger Pageturner gewesen und ich musste mich richtig zusammenreißen, dass ich nicht jedes Mal schon über den Abschnitt hinaus weiterlese 🙂 Ich mag die Slow Burn Romance und dass es wieder einen fantastischen Anteil im Buch gibt. Die Illustrationen von Megumi unterstützen das Ganze natürlich noch perfekt und, ohne zu viel zu verraten, zeigen die Bilder manchmal mehr als Worte beschreiben können.

In jedem Fall kann ich euch „Unfollow Me“ empfehlen für einen absoluten Wohlfühlnachmittag mit Buch in der Hand.

Und jetzt ihr: Kennt ihr dieses Buch oder noch andere von Liza Grimm? Falls nein, dann kommentiert doch stattdessen gerne mal euren liebsten Romance-Roman.

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