Buchrezension: Holly Jackson – A Good Girl’s Guide to Murder

Autorin: Holly Jackson
OT: A Good Girl’s Guide to Murder
Erschienen: 2019 in London: HarperCollins
Seiten: 433

Zwei Teenager, ein ungelöster Fall: Zuletzt habe ich „A Good Girl’s Guide to Murder“ von Holly Jackson gelesen und geradezu verschlungen. Warum genau habe ich so lange gebraucht, bis ich das Buch gelesen habe? Ich fand es absolut fesselnd, witzig, aber auch sehr bewegend. Lest hier alles zu meiner Meinung.

Worum geht’s?

Vor fünf Jahren wurde Andie Bell ermordet, eine Schülerin aus der Kleinstadt Little Kilton. Jeder glaubt zu wissen, dass Sal Singh sie getötet hat, ihr Freund, der sich kurz nach ihrem Verschwinden das Leben nahm. Fall gelöst. Nicht jedoch für Pippa Fitz-Amobi, eine Schülerin, die kurz vor ihrem Schulabschluss steht. Für ihr Schulprojekt hat sie sich den Fall ausgesucht und will ihn von Grund auf neu untersuchen, denn sie glaubt, dass der oder die wahre Mörder*in noch frei in der Stadt herumläuft. Nach und nach deckt sie Geheimnisse auf, doch jemand in der Stadt will offenbar, dass diese Geheimnisse nie ans Tageslicht kommen. Wie weit wird Pip gehen? Und wie weit wird die Person gehen, die verhindert, dass Pip weitergräbt?

Wer ist der Mörder?

Im Buch begleiten wir Pip dabei, wie sie akribisch arbeitet, um Andies Mörder zu finden. Dafür wendet sie sich sogar an Ravi Singh, den Bruder des beschuldigten Freundes von Andie, Sal Singh, der sich nach Andies Verschwinden umbrachte. Nach anfänglichem Zögern freunden sich Pip und Ravi an, wobei Ravi unglaublich froh ist, dass jemand sich wirklich für das Schicksal seines Bruders interessiert, und zwar das erste Mal überhaupt. Viele Menschen in Little Kilton missachten die Familie Singh mittlerweile, doch Pip scheint die erste zu sein, die Ravi als einen ganz normalen Menschen sieht.

Zusammen recherchieren sie, brechen sogar in Häuser ein und füllen nach und nach die Lücken, die es in der Geschichte um Andie Bell gibt. Dabei gibt es unglaublich viele Wege und auch Irrwege, die Pip entwirren muss. Das macht sie, indem sie Interviews führt und immer wieder an den Menschen aus Andies Umfeld dranbleibt. Dabei öffnen sich ihr so manche Türen, andere verschließen sich wiederum.

Sie kommt aber Stück für Stück voran in ihrer Suche, doch immer wieder erhält sie Drohnachrichten eines unbekannten Menschen. Sie solle sich aus der Sache heraushalten und das Projekt aufgeben, sie soll sogar all ihr Recherchematerial vernichten. Doch das stachelt Pip nur immer weiter an. Kann das gut gehen?

Pip und Ravi

Ravi ist begeistert von der klugen und durchsetzungsstarken Pip, die den Fall Andie/Sal einfach nicht aufgeben will. Auch, wenn sich ihr viele Probleme in den Weg stellen, lässt sie nicht locker. Ravi fühlt sich so endlich als Mensch gesehen, denn das erste Mal ist jemand wirklich daran interessiert, die Schuld von Sal zu nehmen und den wahren Mörder zu finden.

Dabei haben es die beiden nicht immer leicht. Als Pip die Möglichkeit sieht, dass Sal doch der Mörder sein könnte, führt das natürlich zu Spannungen zwischen den beiden. Doch schnell finden sie wieder zusammen.

Mir hat es extrem gefallen, wie die Beziehung zwischen Pip und Ravi dargestellt wurde. Im Fokus steht die Recherche, doch dabei lernen sich die beiden Teenager immer besser kennen und sind auch in schwierigen Momenten füreinander da. Ich mag es, wie sanft Ravi im Umgang mit Pip ist, die manchmal so auf den Fall konzentriert scheint, dass sie alles andere um sich herum vergisst. Ravi hört ihr zu, lässt sich auf sie ein und findet in Pip mehr als nur eine Bekanntschaft auf Zeit. Zum Glück merkt auch Pip, dass mehr hinter all dem steckt und lässt Ravi langsam in ihr Leben.

Spannende Erzählweise

Dass das Buch von Anfang an spannend geschrieben ist, habe ich ja bereits erwähnt. Was es für mich auch besonders interessant macht, ist, dass zwischen dem Fließtext auch immer wieder Chatgespräche, Karten, Tagebucheinträge oder Interviews mit Menschen aus Andies Umfeld einfließen. Das macht die Geschichte greifbar und dynamisch.

Ich bin sonst nicht so die Thriller-Leserin, aber diese Mischung aus Teenie-Story und Drama hat mir extrem gut gefallen und hat sich total gut lesen lassen. Zudem kam auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz, was mir extrem gut gefallen hat.

Ich kann allen, die auf eine spannende Story, bei der man nicht sofort alles errät, stehen, nur raten, dieses Buch zu lesen! Mittlerweile gibt es zwei Fortsetzungen und die werde ich sicher auch mal eines Tages lesen 🙂

Und wer nicht genug bekommen kann: Das Buch wurde mittlerweile verfilmt. In der ZDF-Mediathek kann man sich die spannenden Folgen von „A Good Girl’s Guide to Murder“ an einem verregneten Herbstabend einmal anschauen. Es lohnt sich, wenn ich nach den 4 Episoden urteilen kann, die ich bisher gesehen habe 🙂

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