
Autorin: Suzanne Collins
OT: Sunrise on the Reaping
Erschienen: 2025 in Dublin: Scholastic
Seiten: 382
Endlich, endlich ist es wieder soweit und wir können wieder in die Welt von Panem abtauchen… mit dem neuen Werk „Sunrise on the Reaping“ von Suzanne Collins ging es für mich wieder zurück zu den Hunger Games, die seit 12 Jahren Teil meines Lebens sind. Also natürlich nur literarisch, versteht sich. Damals habe ich die Trilogie gelesen und ich war so besessen von der Welt, habe jedes Buch im Eiltempo verschlungen. Ich habe mitgefiebert und mitgeweint und war mit traumatisiert… dann endlich kam mit „The Ballad of Songbirds and Snakes“ das erste Prequel, das mich jedoch nicht so mitreißen konnte wie die Trilogie. Nun aber, mit der Vorgeschichte von Haymitch, hat mich die Welt wieder voll in ihren Bann gezogen.
Im Deutschen heißt die Ausgabe „Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an“. „L“ ist in dem Titel, weil „L“ die römische Zahl für 50 ist – 50. Hungerspiele. Gern geschehen für den Service 🙂 Dementsprechend bedeutet Panem X – „X“ für die römische 10 – die 10. Hungerspiele.
Worum geht’s?
Es ist der Tag der Ernte. Die 50. Hungerspiele stehen an – ein Jubel-Jubiläum. Dieses findet alle 25 Jahre statt, um an besondere Vorkommnisse der Rebellion gegen das Kapitol zu erinnern. Zu diesem Jubel-Jubiläum sollen 50 statt 25 Tribute ausgewählt werden. Haymitch aus Distrikt 12 versucht nicht zu sehr darüber nachzudenken, wie seine Chancen stehen. Als dann doch unter sehr unglücklichen Umständen sein Name aufgerufen wird, muss er alles zurücklassen, was er hat: Seine Mutter, seinen Bruder und seine Freundin Lenore Dove.
Zusammen mit 3 anderen Tributen – einer Freundin, die wie eine Schwester für ihn ist, ein hochnäsiges Mädchen und ein Junge aus einer Quotenmacher-Familie – fährt er ins Kapitol, um sich den 50. Hungerspielen zu stellen.
Doch die Hungerspiele sind nicht das Einzige, was Haymitch überleben muss – denn in der Gunst des Präsidenten Snow steht er nicht besonders hoch und er muss ein ums andere Mal beweisen, dass er kein Rebell ist und vorhat, das Kapitol zu stürzen. Doch Snow ist nur sehr schwer zu überzeugen und nutzt seine Macht schamlos aus…
Haymitch vs. Snow
Im Vergleich zu „The Ballad of Songbirds and Snakes“ war für mich „Sunrise on the Reaping“ irgendwie nahbarer. Snow ist zwar ein interessanter Charakter und es ist spannend zu sehen, woher er seinen besonderen Hass auf Distrikt 12, Haymitch, Katniss und die Menschen aus dem Saum in dem Distrikt hernimmt. Doch Haymitchs Geschichte war für mich noch mehr mit der von Katniss verwoben – wie sehr seine Vorgeschichte seinen späteren Charakter erklärt, will ich gleich noch mal aufgreifen.
Spannend war für mich, wie Snow und Haymitch sich gegenüber verhalten haben. Es hat sich einmal mehr gezeigt, wie sehr Snow seine Augen einfach überall hat und dass er immer wieder subtile Mittel der Erpressung und Machtspiele nutzt, um seinen Willen zu bekommen und die Menschen so hinzubiegen, wie er es braucht. Das hat sich aus meiner Sicht noch mehr als in der Trilogie gezeigt. Das Spannende: er bleibt dabei immer so gruselig ruhig in seiner Art und Weise, man liest nie, wie er schreit oder ähnliches – und das macht ihn einfach so unglaublich gefährlich, denn er ist neben seiner Boshaftigkeit auch extrem schlau.
Haymitch hasst Snow wie so viele Menschen in Panem. Doch mit der Zeit entdeckt er, wie Snow tickt, dass er ein kluger Mensch mit Macht ist, der ihm das Leben schwer machen kann. Doch auch Haymitch ist in seinem jungen Alter bereits schlau und passt sich Snows Machtspielchen an. Dennoch kann Haymitch nicht aus seiner Haut – er war immer schon etwas großspurig unterwegs und das fällt ihm immer mal wieder auf die Nase.
Haymitch als Teenie vs als Erwachsener
In der Trilogie „Die Tribute von Panem“ lernen wir Haymitch als einen trinklustigen, uninteressierten Mentor von Katniss und Peeta kennen. Er war einst Sieger der Hungerspiele, doch hatte er längst alle Hoffnungen verloren, dass sich jemals etwas an der aktuellen Situation in Panem ändern könnte.
Dann traf er auf Katniss und Peeta und es schien als wäre sein Lebensmut neu entfacht worden. Er hat etwas in Katniss gesehen und daran geglaubt und für seine beiden Schützlinge gekämpft. Jetzt wissen wir, dass Katniss ihn an einen besonderen Menschen erinnert hat – und heute glaube ich auch, dass Woody Harrelson, der den Haymitch in der Film-Trilogie spielte, damals bereits mehr über seinen Hintergrund wusste, denn nach erneutem Anschauen finde ich, dass man ihm in den Filmen anmerkt, dass er eine besondere Hintergrundgeschichte hat.
Wir treffen außerdem einige Bekannte in „Panem L“ wieder, die wir auch aus den späteren Teilen kennen – Beetee, Mags oder auch Plutarch zum Beispiel (ich wäre übrigens echt dafür, dass Plutarch Heavensbee auch ein Prequel bekommt! Ich finde ihn so interessant als Charakter). Auch hier haben wir wieder die Anknüpfungspunkte an die Trilogie – vor allem an Teil 2 – und es sind bei mir so oft „Aha-Momente“ aufgeploppt.
Sehr viel mehr möchte ich auch gar nicht schreiben, denn sonst würde ich spoilern.
„Sunrise on the Reaping“ hat mich emotional und storytechnisch wieder total zurückversetzt in die Panem-Welt, in die ich einst so tief eintauchte. Das Buch hat mich emotional mit den richtigen Charakteren abgeholt und hat mir so viele Insights gegeben, die mich Haymitch haben besser verstehen lassen. Typisch für Suzanne Collins sind innerhalb des Buches an den Kapitelenden oft Cliffhanger zu lesen, die einen einfach dazu verleiten, weiterzulesen und die das Tempo hochhalten.
Insgesamt war es einfach wieder ein wahnsinnig spannendes Buch aus der Feder der Autorin, das ich nur jedem empfehlen kann, der bereits „Hunger Games“ gelesen oder gesehen hat. Es lohnt sich!
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