Sailor Moon: Warum sie meine Kindheit geprägt hat und was wir von ihr lernen können

Sailor Moon Mangas

Ich gebe es sehr gerne offen zu: „Sailor Moon“ ist eine Serie, die mich und meine Kindheit stark geprägt hat. Ich erinnere mich, wie ich so mit acht oder neun Jahren bei meiner Freundin zu Besuch war und ich das erste Mal ihr Kinderzimmer gesehen habe: Da standen Mangas von „Sailor Moon“ und die Serie lief auch gerade im Fernsehen (ob es eine Videokassette war oder tatsächlich gerade eine Folge ausgestrahlt wurde, kann ich heute aber nicht mehr mit Sicherheit sagen 😉 ). Und ich war völlig hin und weg! Ohne zu wissen, was ein Anime oder ein Manga ist, bin ich in diese Welt eingetaucht, die mich eigentlich bis heute prägt. Doch was genau macht die Serie so anziehend und was können wir von Sailor Moon noch lernen?

Inhalt

Es gibt wohl kaum jemanden, für den „Sailor Moon“ kein Begriff ist. Auch, wenn man es nie so recht geschaut hat, weiß doch jeder, wie sie zumindest aussieht und worum es grob geht: Die Serie basiert auf den Mangas der Japanerin Naoko Takeuchi, die vor einigen Jahren noch mal in Neuauflage herausgebracht wurden. Die Mangas wurden in den 90er Jahren als Anime adaptiert und darin geht es um das tollpatschige Mädchen Usagi Tsukino (wir kennen sie eher als Bunny Tsukino), das magische Kräfte hat und sich in Sailor Moon verwandeln kann. Nach und nach schließen sich ihr weitere Sailor Kriegerinnen an, mit denen Bunny die bösen Mächte bekämpft. In den 5 Staffeln aus den 90er Jahren sind es immer wieder unterschiedliche Bösewichte, gegen die sie ankommen muss. Dabei entdeckt Bunny mit der Zeit, dass sie zu noch viel mehr fähig ist, als sie zunächst glaubt…

Was wir von der Serie lernen können

Persönlicher Wandel

Wir lernen Bunny ganz am Anfang als ein 14-jähriges junges Mädchen kennen, das nicht besonders gerne zur Schule geht, da es immer wieder schlechte Noten bekommt. Sie ist außerdem eine notorische Schlafmütze, die regelmäßig den Schulbeginn verpennt. Bunny ist ängstlich, eine kleine Heulsuse und sie ist ganz schön naiv. Bunny liebt Comics, Videospiele, schöne Dinge, Süßigkeiten und ihre Freunde. Bei alledem ist sie vor allem eines: Eine liebenswerte Person, der es nicht schwer fällt, auf andere Menschen zuzugehen. Sie ist von solcher Fröhlichkeit, dass sie andere Menschen regelrecht anzuziehen scheint. Diese Gefühlsbetontheit und die Liebe zu den Menschen sind es, die dazu führen, dass sich Bunny über die Jahre weiterentwickelt. Während ihrer ersten Kämpfe gegen das Böse hat sie ganz schön viel Angst und wirkt unbeholfen, doch sie wird mit der Zeit immer stärker und lernt, ihre persönlichen Stärken auszubauen und diese einzusetzen.

Davon können wir uns eine kleine Scheibe abschneiden: Es kommt nicht immer darauf an, der Klügste, Beste, Schönste, Stärkste zu sein. Es reicht, wenn man seine eigene Stärke erkennt: Das kann alles Mögliche sein, wie zum Beispiel Bunnys Fähigkeit, gefühlsbetont auf andere Menschen zuzugehen. Eine wunderbare Fähigkeit, wie ich finde!

Freundschaft

Wer „Sailor Moon“ kennt, weiß, dass zwei zentrale Themen immer wieder vorkommen: Liebe und Freundschaft. In der Serie wird bewusst gemacht, dass Freundschaft eine der wichtigsten Kräfte im Leben eines Menschen ist. Mit ihren Freundinnen Amy, Rei, Makoto und Minako bildet Bunny den zentralen Kern der Sailor Kriegerinnen, die auch im wahren Leben viel miteinander zu tun haben. Die Mädels lernen zusammen, sie shoppen zusammen, sie verlieben sich zusammen. Es gibt Streit, es gibt Neid, es gibt richtig Ärger – aber am Ende des Tages halten sie alle zusammen und wissen, was sie aneinander haben. Nicht umsonst gibt es sogar eine Folge, die „Gemeinsam sind wir stark“ heißt! Denn bricht auch nur ein Teil weg oder will einer allein auf seinen Egotrip gehen, kann das ganz schnell nach hinten losgehen. Mit der Zeit kommen immer neue Freunde und auch neue Sailor Kriegerinnen hinzu. Es gibt also durchaus auch Platz für neue Bekanntschaften!

Das Thema der Freundschaft ist auch für mich extrem wichtig in meinem Leben. Die Freundin, durch die ich „Sailor Moon“ kennengelernt habe, ist auch heute noch meine Freundin. Generell besteht der enge Kreis der Freunde bei mir schon jahrelang und ist ein wichtiger „Grundpfeiler“ meines Lebens. An meine Freunde, die das hier lesen: Ich habe euch lieb ♥

Liebe

Und da haben wir auch schon das zweite Thema der Serie: Liebe! Sie kommt, sie geht, sie bleibt… auch Bunny und ihre Freundinnen müssen diese Erfahrung machen. Ab und zu kam es mir beim Wiederschauen der Folgen so vor, als wurde die Liebe ein bisschen zu oft verklärt und aufgebauscht worden in der Serie, denn ich finde es nicht unbedingt gut und gesund, einen Menschen komplett anzuhimmeln und sich selbst zurückzustellen, wie es in der Serie manchmal der Fall war. Diese Erfahrung müssen die Mädchen zum Teil auch machen. Was ich jedoch toll finde, ist, dass sich bei Bunny die erste Liebe als Liebe ihres Lebens herausstellt. Bunny und Mamoru sind sich treu und einander loyal gegenüber, auch wenn es mal Probleme gibt.

Das ist ein ganz wundervolles Zeichen an alle jungen Mädchen: Natürlich muss nicht jeder mit 14 die Liebe seines Lebens finden, aber ich finde es ganz wunderbar, dass Bunny nicht von Mann zu Mann springt, sondern treu ihrem Mamoru gegenüber ist. Das muss manch einer heutzutage wohl noch lernen: Nicht jede Krise und jedes Problem muss zur Trennung führen. Eine gute Beziehung macht schließlich aus, dass man diese Zeiten zusammen bewältigt. Und das machen Bunny und Mamoru richtig gut. Durch dick und dünn, durch schlechte und durch gute Zeiten!

Familie

Familie spielt auch eine große Rolle in der Welt von „Sailor Moon“. Wir lernen als Zuschauer vor allem Bunnys Familie kennen, die den ganz normalen Wahnsinn miterlebt: Die Tochter geht lieber Videospiele spielen als zu lernen und sie wird einfach nicht erwachsen. Wenn sie nur wüssten, was die arme Bunny außerhalb der Schule noch so erledigen muss 😉 Als Chibiusa dazukommt (sie „hypnotisiert“ Bunnys Eltern, damit sie denken, Chibiusa sei ihr Kind und somit Bunnys Schwester), wird die Familienbande stärker. Chibiusa wird mit der Zeit ein richtiges Familienmitglied. Die Eltern lieben sie und auch Bunny und Chibiusa lieben sich gegenseitig. Sie zoffen sich zum Teil richtig heftig, aber das gehört bei Schwestern einfach dazu 😉

Es ist schön, dass „Sailor Moon“ auch einen Sinn für Familie mit vermittelt. Dabei stehen ja sogar mehrere Familien im Mittelpunkt. Aber egal, um wen es geht: Am Ende ist es immer wichtig, dass alle füreinander da sind und alle Bedürfnisse Gehör finden.

Das Gute im Menschen sehen

Und hier kommt der letzte Punkt, der einer der wichtigsten ist. Denn Bunny schafft es einfach immer, in jedem Menschen, in jeder Kreatur, das Gute zu sehen. Manch ein Mensch, den die Sailor Kriegerinnen retten müssen, ist von einem Dämon besessen. Diese können meist noch relativ einfach besiegt werden. Schwieriger wird es da schon bei den großen Gegnern. Auf den ersten Blick sind diese meist richtig schlimm und erbarmungslos, doch früher oder später wird klar, dass jeder mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat, auch wenn diese nicht immer sofort sichtbar sind. Auch ein Bösewicht war mal ein freundlicher Mensch, dem jedoch schlimmes wiederfahren ist. Sailor Moon und ihre Freundinnen schaffen es immer wieder, diesen Teil in dem Bösewicht zu finden und die Dinge zum Guten zu wenden. Was ihnen dabei hilft? Richtig: Liebe. Liebe zu den Menschen, Barmherzigkeit und Vertrauen.

Und ich finde, dass sich jeder von uns eine große Scheibe davon abschneiden kann. Ich finde es schön, wenn man reinen Gewissens leben kann und keinem Menschen und keinem Wesen Böses tut. Wir sind aber sicher alle keine Engel und regen uns des Öfteren auch mal über den einen oder anderen Menschen auf. Da heißt es: Positiv bleiben! Genauso sieht es anders herum aus: Nicht jeder, der mal Mist fabriziert oder etwas Böses tut, ist von Grund auf böse. Sowieso glaube ich, dass niemand von Grund auf böse ist, sondern dass diesen Menschen oftmals Schlimmes widerfahren ist, was sie letztendlich zu dem gemacht hat, der sie sind. (Das soll keinesfalls unrechtmäßige Handlungen rechtfertigen; eine Diskussion darüber ginge in diesem Beitrag aber auch zu weit.) Was ich damit sagen möchte: Wir sollten alle versuchen, öfter mal unter die Oberfläche zu schauen und nicht immer die bequemste Lösung und den ersten Anschein direkt hinnehmen.

Das war nun also mein doch etwas länger geratenes Plädoyer für „Sailor Moon“. Lasst uns alle ein kleines bisschen wie Bunny und ihre Freundinnen werden und die Welt ein Stück besser machen, indem wir bei uns selbst anfangen. ♥

Habt ihr „Sailor Moon“ geschaut? Und welche Serie hat euch besonders geprägt?

Liebste Grüße,
eure Jacqui

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About mademoisellepusteblume

Hi! Ich bin Jacqui und noch sehr neu in der Welt des Bloggings. Nachdem ich mir immer vorgestellt hatte, einen Blog über Dinge zu führen, die mich und möglicherweise auch Andere interessieren, setze ich dieses Vorhaben nun in die Tat um. Momentan bin ich noch Studentin der Film- und Medienwissenschaften. Ich liebe Bücher, Filme, Serien und Musik über alles. Auch Fotografieren, Sport machen, Sprachen und die Natur erkunden gehören zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich hoffe, die einen oder anderen Leser auf eine Reise durch meine Gedanken mitnehmen zu können!

2 Responses

  1. Grace

    Ich dachte erst, das dein Bericht davon handeln würde, dass man die Planetennamen lernt 😅
    Aber so ist es sogar noch besser! Mich hat damals Jeanne die Kamikazediebin sehr geprägt. Das hat tatsächlich sogar ähnliche Gründe wie bei dir und Sailor Moon 😍

    Gefällt 1 Person

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