Filmrezension: Your Name. Gestern, heute und für immer.

Your Name von Makoto Shinkai

OT: 君の名は (Kimo no Na wa). Regie: Makoto Shinkai. Japan 2016. 116 Minuten. FSK: ab 6.

Mein erster „richtiger“ Blogeintrag damals auf pustbelume.blog handelte von dem Film „5 Centimeters per Second“ des Regisseurs Makoto Shinkai. In dem Beitrag könnt ihr nachlesen, wie unglaublich berührt und ich begeistert damals von dem Film war! So ähnlich ging es mir nun auch mit seinem hochgelobten Film „Your Name. Gestern, heute und für immer.“ Der japanische Titel in der Transkription „Kimo no Na wa“ heißt übrigens „Dein Name ist“. Eines vorweg: Das wird mal wieder tränenreich! 😀

Inhalt

Wir lernen das Mädchen Mitsuha kennen, die aus der kleinen Stadt Itomori aus Japan stammt und sich nichts sehnlicher wünscht, als eines Tages als gutaussehender Junge in Tokio wiedergeboren zu werden, um dort die Vorzüge der Großstadt ausleben zu können.

Später erwacht Taki, ein Schüler aus Tokio, im Körper von Mitsuha, die wiederrum in Takis Körper erwacht. Das Chaos beginnt: Die beiden Teenager müssen sich nicht nur in dem Körper des jeweils anderen Geschlechts zurechtfinden, sondern auch in einer völlig neuen Umgebung! Zwei- bis dreimal pro Woche wechseln sie so den Körper und fangen schon bald an, sich über Memos auf dem Handy und in Tagebucheintragungen auf dem Laufenden über das Leben des jeweils anderen zu halten. Während Mitsuha so immer beliebter in der Schule wird, kommt Taki einem umschwärmten Mädchen nahe. Mitsuha erzählt Taki schließlich auch von einem geheimnisvollen Kometen, der demnächst der Erde besonders nahekommen soll und von Itomori aus gut zu sehen sein soll. Sie freut sich, dass das Ereignis mit dem Matsuri, dem Volksfest, zusammenfällt.

Während Taki den Kometen von Tokio aus nicht vollständig sieht, erlebt Mitsuha ihn hautnah mit. Nach diesem Abend wird Taki jedoch klar, dass plötzlich kein Rollentausch mehr stattfindet – durch irgendetwas wurde das beendet.

Taki kann das aber nicht so akzeptieren. Er will wissen, was mit Mitsuha passiert ist – und sie vielleicht auch näher kennenlernen? – und beschließt, mit zwei seiner Freunde durch Japan zu reisen, bis er den Ort Itomori findet. Jedoch nur um festzustellen, dass es diesen Ort nicht mehr gibt: Der Komet ist damals nicht beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht, sondern er ist in Itomori eingeschlagen und hat dabei auch Mitsuha getötet.

Völlig verstört und traurig versucht Taki, erneut eine Verbindung zu Mitsuha herzustellen, denn schließlich lief der Tausch der Körper die ganze Zeit schon asynchron, wie Taki herausfindet. Taki besucht den Familienschrein von Mitsuhas Familie und trinkt dort den Heiligen Sake, der ihn wieder in Mitsuhas Körper versetzt.

Nun muss Taki alles daran setzen, dass die Bevölkerung von Itomori vor dem drohenden Unglück des Kometeneinschlags bewahrt wird…

Makoto Shinkai "Your Name"
Taki und Mitsuha stehen sich in der Dämmerung für kurze Zeit gegenüber. Die asynchronen Zeitlinien fallen zusammen.

Die Thematik

Ich muss ja gestehen: Als Taki das erste Mal in Mitsuhas Körper aufwachte, dachte ich: Hm, wieder so ein typischer Geschlechtertausch. Mitsuha hat sich nichts sehnlicher gewünscht, als Junge in Tokio zu leben, und nun wird ihr der Wunsch mithilfe des Tauschs erfüllt. Na sowas… Aber schnell wurde mir bewusst, dass es darauf absolut nicht hinauslief.

Als Taki herausgefunden hat, dass die Zeitlinien des Körpertauschs der Beiden um ca. 3 Jahre asynchron verliefen, und er feststellen musste, dass der Körpertausch aufgehört hat, weil Mitsuha gestorben ist, war ich am Boden zerstört. Das war so unglaublich traurig und ergreifend, auch weil Taki sich überhaupt auf diese lange Reise begeben hat.

Der Körpertausch hat die zwei Teenager verändert: Mitsuha ist mehr aus sich herausgekommen und Taki hat seine „weibliche Seite“ kennen und schätzen gelernt. Die zwei Schüler waren grundsätzlich schon tolle Menschen, aber dieser Tausch hat ihnen noch etwas Wertvolles hinzugegeben: Selbsterkenntnis.

Die japanische Kultur und diverse Bräuche haben mich auch fasziniert: Das Volksfest in Itomori war so toll anzusehen: Dabei kann man sogar sehen, wie der Heilige Sake (Kuchikamizake oder auch „Göttermund-Sake“ im Film genannt) hergestellt wird: Der gekochte Reis wird gekaut und so mit Speichel versetzt. Die Masse wird in ein Behältnis gespuckt, welches über einige Tage gärt. Ja, besonders hygienisch klingt das nicht, aber ich fand es trotz allem wahnsinnig interessant!

Auch der Kometeneinschlag war magisch in gewisser Hinsicht: Der Komet wurde vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre in wunderschönen Farben hergestellt. Am Anfang war ich selbst noch ganz verzaubert von dem Anblick; nachdem aber sicher war, was geschehen wird, wurde man ohnmächtig: Etwas so Schönes kann sich so schnell in etwas Gefährliches verwandeln. Niemand ist davor gefeit: Ein Einschlag kann alles auf einen Schlag vernichten.

Meine Meinung

Auch die Bildgebung war, wie auch in „5 Centimeters per Second“ so unglaublich schön. „Your Name“ hat allerdings mehr moderne Anteile in der Bildgebung, auch, wenn die Stadt Itomori eher altmodisch wirkt. Eine gewisse Zartheit ist aber auch in diesem Film wieder vorhanden, vor allem in den Augenblicken, in denen sich Mitsuha und Taki gegenüberstehen: Da herrscht eine Vertrautheit zwischen den Beiden, die so schön ist. Die beiden haben ja kaum Zeit miteinander verbracht, sondern eher im Körper des Andere. Dass sie sich so lieben lernen, finde ich herzerwärmend!

Ihr seht schon, ich bin wieder restlos begeistert von diesem Anime-Film! Makoto Shinkai hat auch hier wieder gezeigt, dass er eine Ader für das Geschichtenerzählen hat und dass diese so wunderbar von den üblichen Liebesgeschichten abweichen. Ich habe es immer wieder gerne, wenn nicht nur US-amerikanische Filme den Markt überschwemmen, sondern dass man dazwischen auch mal solche Perlen aus ganz anderen Ländern findet. Nicht umsonst ist „Your Name“ der weltweit erfolgreichste Animefilm überhaupt und hat mehrere Auszeichnungen erhalten!

Von mir gibt es also eine uneingeschränkte Filmempfehlung für einen Coming-of-Age-Animefilm, der auch für größere Kinder bereits super geeignet ist! Achtung: Taschentücher einpacken 😉

Und nun seid ihr dran: Welcher Anime hat euch zuletzt berührt? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Meine Bewertung im Detail

Handlung ♥♥♥♥♥

Charaktere ♥♥♥♥♥

Emotionen ♥♥♥♥♥

Umsetzung/Optik ♥♥♥♥♥

Gesamt 5/5

 

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About mademoisellepusteblume

Hi! Ich bin Jacqui und noch sehr neu in der Welt des Bloggings. Nachdem ich mir immer vorgestellt hatte, einen Blog über Dinge zu führen, die mich und möglicherweise auch Andere interessieren, setze ich dieses Vorhaben nun in die Tat um. Momentan bin ich noch Studentin der Film- und Medienwissenschaften. Ich liebe Bücher, Filme, Serien und Musik über alles. Auch Fotografieren, Sport machen, Sprachen und die Natur erkunden gehören zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich hoffe, die einen oder anderen Leser auf eine Reise durch meine Gedanken mitnehmen zu können!

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