Buchrezension: Christopher Paolini – Die Gabel, die Hexe und der Wurm. Geschichten aus Alagaësia, Band 1: Eragon.

[Rezensionsexemplar; bereitgestellt durch das Bloggerportal von Randomhouse.]

Christopher Paolini (2019): „Die Gabel, die Hexe und der Wurm. Geschichten aus Alagaësia, Band 1: Eragon.“ (Im englischen Original erschienen unter dem Titel „The fork, the witch, and the worm. Tales of Alagaësia. Volume 1: Eragon.“) München: cbj Kinder- und Jugendbuch-Verlag.

Vor Kurzem war es soweit: Christopher Paolini kehrte nach Alagaësia zurück und veröffentlichte ein Band mit drei neuen Geschichten über Eragon, der sich auf die Suche nach einem Ort machte, um eine neue Generation Drachenreiter auszubilden.

Ich muss an dieser Stelle schändlichst gestehen, dass ich zuvor die „Eragon“-Reihe noch nicht gelesen habe. Ich kannte bisher nur den Film. Da ich aber vorhabe, die Bücher demnächst zu lesen, dachte ich, dass es vielleicht ganz interessant wäre, eine Perspektive eines „unbedarften“ Lesers auf das neue Buch zu haben. Auch auf die Gefahr hin, dass mir dabei vielleicht Dinge erzählt werden, die ich vor den eigentlichen Eragon-Büchern nicht wissen sollte.

Optik des Buchs

Zuerst fällt einem wohl das Aussehen des Buchs aufs. Man soll ja ein Buch nicht nach dem Cover beurteilen, aber ich muss sagen, das von „Die Gabel, die Hexe und der Wurm“ ist echt umwerfend! Man hält ein Hardcover in den Händen, das einen zusätzlichen Umschlag aus Papier hat. Darauf ist in ziemlich düsteren Farben ein riesiger Drachen zu sehen, der sich um einen Berg herumschlingt. In goldener Schrift ist der Titel aufgedruckt – definitiv ein Hingucker!

Zu jeder der drei Geschichten gibt es am Anfang ein von Paolini gezeichnetes Bild.

Der Inhalt

Wie gesagt tauchen wir in dem Buch in drei neue Geschichten ein. Das Besondere dabei ist, dass Paolinis Schwester Angela ebenfalls eine Geschichte geschrieben hat. Wir haben es hier also mit einer Gemeinschaftsproduktion zu tun 😉

Bei den Geschichten handelt es sich um „Geschichten in einer Geschichte“. Den Rahmen bildet immer Eragon und sein Aufenthalt im Drachenhort. Verschiedene Menschen und Wesen erzählen ihm dort Geschichten.

„Sei auf der Hut vor wandelnden Schatten, Mensch. In der Welt sind seltsame Kräfte am Werk.“ (S. 106)

Die erste Geschichte, „Die Gabel“, handelt von dem jungen Mädchen Essie, das, nachdem sie einen Streit mit Freunden hatte und dabei etwas sehr Dummes getan hatte, in die Schänke ihrer Eltern kommt, wo sie dem fremden Mann Tarnoc begegnet. Die beiden verstehen sich von Anfang an und Tarnoc gibt ihr einige Tipps mit auf den Weg, wie sie ihren wahren Freunden begegnen kann und sich selbst dabei nicht verliert. Dann reden fremde Menschen mit Tarnoc, die wohl noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen haben… eine Gabel spielt bei der dann folgenden Auseinandersetzung eine große Rolle. Denn Gabeln sind spitz… und vielleicht auch magisch!

Die zweite Geschichte handelt von den Memoiren der Kräuterhexe Angela, die einige lose Seiten Eragon zum Lesen gibt.

„Die Wahrheit liegt selten in der Mitte, irgendwo zwischen zwei entgegengesetzten Sichtweisen. Meiner Erfahrung nach ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass man sie ein gutes Stück oberhalb und links von den augenscheinlichen, vielfach behaupteten „Wahrheiten“ findet.“ (S. 108)

Angela stellt ihren Geschichten voran, dass alle Erzählungen wahr seien und jede einzelne falsch. Sie erzählt von dem Wesen der Sterne, von dem Universum, wie es sie berührt… und sie lernt ihren neuen Lehrling, Elva, kennen. Diese ist eine junge Frau, die Angela unter ihre Fittiche nehmen will. Dazu ist es nötig, dass sie sie von ihrem bisherigen Ort befreit und sie an einen anderen Ort mitnimmt. Sowohl Angela als auch Elva selbst haben oftmals abgedrehte Gedanken, weshalb sie wohl einfach gut zusammenpassen!

„Der Wurm“ ist die letzte Geschichte und handelt von dem Drachen Vêrmund, der den Stamm der Skgaro eines Tages angreift. Er lässt sich schließlich auf dem Berg Kulkaras nieder. Der Drachen hat nach dem Angriff auch den Vater des Mädchens namens Ilgra auf dem Gewissen. Und diese schmiedet einen Plan, den Drachen zu töten. Wenn es sein muss, sogar auf eigene Faust. Dass das einige Probleme mitbringt, könnt ihr euch vielleicht denken. Während wir Ilgra als ganz verbissen in ihre Aufgabe kennenlernen und sie nichts unversucht lässt, um Vêrmund zu töten, erfährt die Geschichte schließlich noch eine überraschende Wendung!

Schreibstil

Zum Schreibstil muss ich wohl nicht viel sagen, da die meisten der Eragon-Liebhaber den Schreibstil sicher schon lange kennen und wissen, dass Paolini sich gut lesen lässt!

Sein Schreibstil befindet sich irgendwo zwischen leicht lesbar und andererseits voller weiser Worte. Es kommen viele (für mich) unbekannte Begriffe und Namen vor, die ich noch nicht kenne, die aber mein Leseverständnis keinesfalls einschränken. Mit den Wissenslücken kann ich erst mal leben. Alle anderen, die Eragon kennen, haben mit den Wörtern sicherlich noch weniger Probleme.

Paolini hat außerdem die Gabe, ganz nah an der Person, aus deren Perspektive erzählt wird, dranzubleiben. Gerade bei Essie aus „Die Gabel“ und Ilgra aus „Der Wurm“ habe ich das gemerkt. Die beiden Mädels sind mir über die nur kurzen Geschichten ans Herz gewachsen. Man konnte dank Paolinis Schreibweise einen kurzen Blick in ihre Herzen erhaschen und das hat das Lesen zur wahren Freude gemacht!

Außerdem finden sich immer wieder Formulierungen, die metaphorisch wunderbar getroffen sind und noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben. Das macht ein gutes Buch aus, nicht wahr?

Meine Meinung

Ihr merkt, obwohl ich „Eragon“ noch nicht gelesen habe, hat mir der kurze Geschichtenband sehr gefallen. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann wären „Die Gabel“ und „Der Wurm“ meine Lieblingsgeschichten aus dem Buch. „Die Hexe“ hat es mir nicht allzu sehr angetan, obwohl sich in den Gedanken der Kräuterhexe einige interessante Dinge verborgen haben.

Ich bin gespannt, wie es nun weitergeht. Die Unterschrift „Teil 1“ lässt vermuten, dass es weitere Geschichtenbände geben wird. Paolini schreibt in seiner Danksagung außerdem, dass er sich vorgestellt hat, mit einem umfassenden Roman nach Alagaësia zurückzukehren. Vielleicht sind die kurzen Geschichtenbände auch eine Zwischenstation bis es mit einem weiteren großen Abenteuer mit Ergaon und seinem Drachen Saphira weitergeht? Da müssen wir uns wohl überraschen lassen!

Eine exklusive Leseprobe könnte ihr hier herunterladen und lesen: Leseprobe „Die Gabel, die Hexe und der Wurm“ von Christopher Paolini.

Und nun ihr: Habt ihr das Buch gelesen? Oder kennt ihr die vorherigen Eragon-Bände? Habt ihr einen „Lieblingsdrachen“ in der Literaturgeschichte? Schreibt es mir in die Kommentare 😊

Meine Bewertung im Detail

Handlung ♥♥♥♥♡

Charaktere ♥♥♥♥♥

Sprache ♥♥♥♥♥

Emotionen ♥♥♥♥♥

Gesamt 4,75/5

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