Game of Thrones Staffel 8: Der Folgenrückblick (Finale Folge 6)

Kinder, wo ist die Zeit geblieben? 8 lange Jahre haben wir darauf gewartet, dass Game of Thrones zu Ende geht und wir wissen, wer letzten Endes auf dem Thron sitzt… und nun ist es wirklich vorbei, die finale Folge lief und gefühlt die halbe Welt diskutiert über das Serienende.

Werfen wir doch noch ein letztes Mal einen Blick zurück auf die vergangene Folge.


Hier geht es zu Folge 1: Winterfell

Hier geht es zu Folge 2: Ein Ritter der Sieben Königslande

Hier geht es zu Folge 3: Die große Schlacht von Winterfell

Hier geht es zu Folge 4: Die Letzten der Starks

Hier geht es zu Folge 5: Die Glocken

Folge 6: Der eiserne Thron

Die letzte Folge endete ja so ziemlich in Schutt und Asche. Daenerys, die einst so gefeierte Khaleesi, wurde zur irren Königin und brannte alles nieder, was nicht niet- und nagelfest war.

So war denn auch Danys erste Handlung, Tyrion festzunehmen, der sie hinterging, indem er Jaime und Cersei, immerhin seine Geschwister, befreien wollte. Das war dann auch die erste wirklich traurige Szene für mich: Tyrion, wie er seinen Bruder und seine Schwester in den Trümmern findet und um sie trauert. Er ist ein gebrochener Mann und man merkt, dass er eine Weile brauchen wird, um wieder auf die Beine zu kommen – wenn er überhaupt solange lebt.

Auch Jon sehen wir, wie er in der Ecke steht und Danys Worten lauscht. Sein Blick unglaubwürdig. Doch so sicher konnte man sich da noch nicht sein, wie er nun zu ihr stehen wird. Ein Gespräch mit dem gefangenen Tyrion hat ihm letztendlich womöglich die Augen geöffnet: Er würde für immer eine Bedrohung für sie sein, alleine weil er der eigentliche Thronerbe ist. Auch Arya bekräftigte Jon darin noch einmal.

„You’ll always be a threat to her. And I know a killer when I see one.“ (Arya zu Jon)

Als Jon dann schließlich Daenerys im Thronsaal aufsuchte, in dem sie den Eisernen Thron anschmachtete, dachte ich zunächst: „Ach, naiver, kleiner Jon…“, denn seine Liebesbekundung und seine „You’ll always be my queen“-Phrasen begannen, mir auf die Nerven zu gehen. Aber dann dieser Kuss – und dieser Dolchstoß. Ein bisschen wie die modernen Romeo und Julia haben die Beiden auf mich gewirkt.

Und so schlimm wie Daenerys über die letzten Folgen geworden ist, so traurig war ich trotz allem, dass sie sterben musste. Von dem Moment an war allerdings auch klar, dass Jon kein König mehr sein kann.

Die Szene, in der Drogon kam, um um Dany zu trauern, ging mir sehr nahe – schöner hätte man es wirklich nicht machen können! Es war eine starke Metapher, dass der Drache den Thron verbrannt hat, denn es war klar, dass es einen Umbruch geben muss. Und welches Symbol könnte kräftiger sein als ein zerschmolzener Thron, um den jahrelang erbittert gekämpft wurde und der nun nichts mehr wert ist?

Einführung von Wahlen

Ich mochte es sehr, wie sich nach Danys Tod schließlich die Vertreter der großen Häuser von Westeros getroffen haben. Es hat mir so ein nostalgisches Gefühl gegeben und ich hatte einen richtigen Kloß im Hals. Zudem hat mich Sansa mit ihrer Schönheit wirklich umgeworfen! Sie sah ihrer Mutter Katelyn in diesem Moment so ähnlich wie nie und sie hat sich wirklich wie eine wahre Königin präsentiert.

Bei diesem Treffen wurde aber etwas ganz Grundlegendes geschaffen: Ein erster Schritt in Richtung Demokratie wurde geebnet und das von keinen Geringeren als Tyrion und Sam, den zwei klügsten Köpfen (aus meiner Sicht) in der ganzen Serie. Zwar wurde Sams Vorschlag, dass das Volk den König wählen solle, mit einem Lachen abgetan, aber ich fand es schön, dass dieser Vorschlag kam. Aber man muss ja auch beachten, dass ein Schritt nach dem anderen gegangen werden muss. Somit ist der Sprung von Herrschaft durch Geburt hin zu Herrscherwahl durch Lords und Ladys schon mal ein sehr großer und sehr freudig. Das war auch definitiv nötig, denn Thron-Vererbung hat oftmals eher zu Problemen geführt als zu Frieden.

Und, mal ganz ehrlich: Wer von euch hätte gedacht, dass Bran der neue König wird? 😉 Im Nachhinein ist es eigentlich total logisch, aber trotz allem habe ich nie an ihn gedacht, zumal ihm nie viel am Herrschen lag. Vielleicht sind das aber gerade die richtigen Voraussetzungen.

Dennoch frage ich mich nun, ob das seinerseits nicht schon alles von langer Hand so geplant war.

Tyrion: „I know you don’t want it. I know you don’t care about power. But I ask you now, if we choose you… will you wear the crown? Will you lead the Seven Kingdoms from this day until your last day?“

Bran: „Why do you think I came all this way?“

Klingt das nicht so, als wäre das alles schon geplant gewesen? Das würde wohl auch erklären, warum er während der Schlacht um Winterfell so gechillt in seinem Rollstuhl unter dem Werbaum saß und dem Night King ohne Angst begegnete.

Womöglich kann Bran also wirklich in die Zukunft sehen? So klar war das meiner Meinung nach nie. Natürlich sieht er die Vergangenheit und kann sich in eine Krähe wargen und die Gegenwart sehen, aber bei der Zukunft bin ich mir nicht sicher. Vor der Schlacht um Winterfell wusste er zum Beispiel nicht, ob Drachenfeuer gegen den Night King hilft.

Andererseits hat Bran immer wieder Hinweise gegeben, was geschehen könnte. Er hat mehr als einmal gesagt, dass jemand genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Er hat nicht in Kampfstrategien eingegriffen, vielleicht weil er wusste, dass es trotz allem gut ausgeht. Er wusste, dass Jaime nach Winterfell kommen würde. Er hatte keine Angst vor dem Auftauchen des Night King und der White Walkers auf der Lichtung. Und dann eben diese kryptischen Aussagen, von wegen „Warum denkst du, dass ich diesen ganzen Weg hergekommen bin?“ Jap, vielleicht, weil er die Zukunft kannte?

Jon: „I’m sorry I wasn’t there when you needed me.“

Bran: „You were exactly where you were supposed to be.“

Wie dem auch sei – ich bin glücklich mit Brans Wahl, denn wie Tyrion sagte (der zur Strafe übrigens zu Brans Hand ernannt wurde), liegt Bran nicht viel am Herrschen. Somit wird er seine Macht hoffentlich nicht ausnutzen. Man merkt, dass das Herrschen für ihn so nebenbei läuft, als sich Tyrion, Ser Bronn, Erzmaester Sam, Ser Davos und Ser Brienne mit Bran versammeln. Bran lässt die anderen das „Tagesgeschäft“ erledigen, während Bran weggebracht wird, damit er sich zu Drogon wargen und ihn suchen kann. (Warum eigentlich? Der Drache wird wohl kaum zurückkommen in der nächsten Zeit…).

Was aus den Starks wurde

Und was wurde am Ende aus den Starks? Was Winterfell generell betrifft, bin ich sehr stolz auf Sansa, dass sie erwirkt hat, dass es unabhängig bleiben wird. Sie ist die neue Queen in the North und das steht ihr wirklich fabelhaft! Obwohl ihr Bruder auf dem Thron der Sechs Königslande sitzt, finde ich es toll, dass sie standhaft geblieben ist und im Sinne ihres Volkes entschieden hat. Ihre Krönung fand ich sehr emotional.

Emotional war auch Aryas Entscheidung, westlich von Westeros zu reisen, um die Welt zu erkunden. Das passt einfach so sehr zu ihr! Sie muss in Bewegung bleiben und womöglich verschafft die starke Arya uns so neue Geschichten aus anderen Welten 🙂

Und Jon, nun ja, er ist kein König geworden. Ich bin froh darüber – er ist einfach kein Herrscher. Er ist als Kämpfer geboren und das Verteidigen liegt ihm mehr als das Herrschen. Außerdem ist er im Norden zu Hause und so bekam ich das Gefühl, dass er genau dort ist, wo er hingehört: Bei der Nachtwache. Diese war wohl immer mehr ein Zuhause für ihn als Winterfell, wo er immer nur als Bastard galt. Außerdem ist er nun wieder mit einem (nun einohrigen) Geist wiedervereint und ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemanden kaltgelassen hat 🙂 Überhaupt, diese Szenen in denen Drogon sich um die tote Dany kümmerte und die Wiedervereinigung von Jon und Geist, sind zwei der emotionalsten für mich gewesen.

Die Debatte um den Neudreh

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, gibt es eine Petition, die schon mehr als 1 Mio. Fans weltweit unterschrieben haben, in der es darum geht, dass die achte Staffel erneut gedreht werden soll.

Ich finde das ehrlich gesagt sehr übertrieben. Natürlich wurde deutlich, dass sich diese Staffel 8 deutlich weniger Zeit für Charakterentwicklungen ließ. Das war meiner Meinung nach aber auch nicht mehr nötig, denn das wurde ja zuvor schon sieben Staffel gemacht. Für mein Gefühl hätte es von mir aus natürlich auch noch ein paar Staffeln mehr geben können und alles noch in die Länge gezogen werden können, aber ich bin keinesfalls unzufrieden.

Dann gibt es ja noch jene, denen das Ende generell nicht gefällt. Dany tot? Oh mein Gott, das geht ja gar nicht! Jon kein König? Skandal! Und anderseits dann wieder: Es hätten ruhig noch ein paar andere Charaktere sterben können, das ist ja alles unglaubwürdig!

Mir fällt dazu ein, dass mir mein Freund noch vor ein paar Monaten, noch vor der aktuellen Staffel, eine humorvoll gemeinte Studie zu den größten Kriegsverbrechern in Westeros zeigte. Daenerys stand da bereits ziemlich weit oben, allerdings noch hinter Cersei und Ramsay Bolton. Doch irgendwie war sie immer noch für alle die Sympathieträgerin. Aber hat sie nicht schon in vergangenen Staffeln immer viele Leben genommen und hart und konsequent reagiert? Uns kam es womöglich nicht so vor, weil wir insgeheim dachten: Es sind die richtigen, die sterben. Aber welchen Unterschied macht es am Ende, um welche Menschengruppe es sich handelt? Vielleicht sollten wir darüber einmal nachdenken – Danys Umschwung kam jedenfalls nicht von heute auf morgen.

Und, ich sage es gerne noch mal hier: Wir sind hier nicht in einem Disneyfilm 😉 Demnach hätten wohl, wie ich zuerst vermutet hätte, Jon zusammen mit Dany auf dem Thron sitzen müssen, mit kleinen Babys an ihrer Seite und Tyrion und Varys als rechten Händen… doch ich bin keinesfalls traurig, dass mein anfänglicher Wunsch oder Tipp nicht wahr geworden ist.

Nun aber genug des Sinnierens, auch wenn es sicherlich noch mehr zu bereden gäbe 🙂

Wie erging es euch mit dem Staffelfinale? Seid ihr traurig, wütend, enttäuscht oder einfach happy? Was auch immer ihr loswerden wollt, meine Kommentarspalte ist eure öffentliche Seelsorge 🙂 

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6 Kommentare zu „Game of Thrones Staffel 8: Der Folgenrückblick (Finale Folge 6)

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  1. Hey Jacqui,

    Je länger ich über die Folge nachdenke, desto mehr mag ich sie. Ich wusste, dass Dany sterben wird, das war mir schon länger klar, allerdings habe ich mit Sansa auf dem Thron gerechnet, oder mit Jamie, aber Bran wäre mir da nie eingefallen. Alles in allem hat es mir aber gut gefallen und ich bin eigentlich zufrieden. Einzig Jon tut mir leid, denn er musste so viel durchmachen, nur dass er dann in den wahren Norden geht? Ich hätte mir mehr für ihn gewünscht.

    Liebe Grüße,
    Jessi

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Jessi,

      Es freut mich, dass es einige positive Stimmen zu dem Ende gibt 😊 letztendlich war es doch sowieso klar, dass man es nicht allen Fans recht machen kann. GoT hat über fast ein Jahrzehnt Fans auf der ganzen Welt begeistert und die Erwartungen hoch gehalten. Dass es also schwer werden würde, alle zufrieden zu stellen, war schon fast vorher klar. Dennoch bin ich auch sehr zufrieden mit dem Ende, das uns vielleicht sogar eines Tages neuen Stoff liefern wird, könnte ich mir vorstellen – Aryas Geschichte ist zum Beispiel noch nicht auserzählt, finde ich. Vielleicht bekommen wir Fans ja eines Tages neue Geschichten darüber? Wäre jedenfalls schön 😊

      Liebe Grüße,
      Jacqui

      Liken

  2. Huhu!
    Ich bin durchaus zufrieden mit dem Ende und auch mit der Staffel an sich. Viele haben bekommen, was sie wollten, und das ist gut. Viele haben nicht bekommen, was sie wollten, und das ist gut. Und einige haben bekommen, was sie nicht wollten, und auch das ist gut.

    Man wird nie alle Menschen glücklich machen können, nie. Es gibt immer die, die grundsätzlich über alles mosern und meckern und generell unzufrieden sind. Ich stimme dir jedenfalls vollkommen zu, was soll man die Charaktere denn noch viel weiter entwickeln? Die Wege waren klar, die Entwicklung schlüssig. Ich war lange auch für Daenerys, aber sie wollte schon immer unkluge Entscheidungen treffen, die ihr von anderen ausgeredet wurden. Aber es hat immer in ihr gesteckt, vllt in ihrem Blut.
    Nun warte ich gespannt auf die fehlenden Bücher, mal sehen, wann uns George R. R. Martin endlich damit beglückt!

    Liebe Grüße!
    Gabriela

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo liebe Gabriela,

      Hach, es macht mich ja schon ein wenig glücklich, dass nicht jeder das Ende verteufelt ☺️

      Nun ja, irgendjemand wird immer meckern, das ist klar. Von daher finde ich es vollkommen richtig, dass Benioff und Weiss ihre Vorstellung des Endes so umgesetzt haben und hoffe, dass es nicht zu einem so viel erhofften Neudreh kommen wird (der, mal ganz abgesehen von allem anderen, wohl sowieso viel zu teuer wäre.). Ich bin auch sehr gespannt, was Martin aus dem Ende im Buch macht und ich fänds auch vollkommen okay und richtig, wenn er die Dinge anders plant. Trotz der Vorlage sind die Medien Fernsehen und Buch eben doch ganz unterschiedlich – von daher dürfen wir sicher gespannt sein 😊

      Liebe Grüße,
      Jacqui

      Gefällt 1 Person

  3. Ich bin auch ganz zufrieden. Die letzte Staffel war zu schnell, zu wenig Charakterentwicklung und dadurch Plotholes, aber das Ende ist definitiv richtig. Es war nicht vorhersehbar, kein übertriebenes Happy-End und Tyrion lebt. 😉
    Grüße, Katharina

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Katharina,
      Es freut mich, dass doch mich einige Leute dem Ende von Game of Thrones etwas abgewinnen können 😊 ich bin gespannt, wie George RR Martin das Ende in seinem Buch gestalten wird! Mal sehen, wie lange wir darauf warten müssen 😉
      Liebe Grüße, Jacqui

      Gefällt 1 Person

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