Buchrezension: Madeline Miller – Circe

Madeline Miller "Circe"

Autorin: Madeline Miller
OT: Circe
Erschienen: 2018
Ausgabe: 2019, London: Bloomsbury Publishing
Seiten: 336

Fast ein Jahr ist es schon wieder her, als ich eine Woche in Irland verbracht habe und auch da natürlich die Gelegenheit beim Schopf gepackt habe, um Bücher mit nach Hause zu nehmen. Ein Buch, das mir damals in der englischen Version auf Instagram begegnete und mich total interessierte, war das Buch „Circe“ von Madeline Miller. Und zwar nicht nur wegen des wunderschönen Covers, das mich bereits in den Bann zog, sondern auch das Versprechen, dass sich das Buch um eine starke Frau dreht. Ein Plus: es spielt in der griechischen Mythologie. Mythologien und ich – das passt einfach! 😊 Hier gibt es also meine kleine Rezension zu dem Buch.

Hinweis: Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, weshalb ich Namen und Orte in dieser Rezension auf Englisch schreibe. Im Deutschen unterscheiden sich die Namen möglicherweise.

Worum geht’s?

Circe ist die neugeborene Tochter des Helios und der Perse. Sie ist anders als ihre Geschwister: ihre Stimme ist die einer Sterblichen und sie fühlt sich zu ebendiesen hingezogen. Noch dazu findet sie heraus, dass sie eine Hexe ist. Aufgrund ihres schwierigen Charakters wird sie von Helios auf die Insel Aiaia verbannt. Dort lebt sie mit ihren Nymphen und wird durch viel Übung zu einer mächtigen Hexe.

Eines Tages findet Odysseus mit seinen Männern den Weg auf die Insel. Circe verliebt sich in ihn – doch er ist nicht der erste Mensch, in den sie sich verliebt und auch nicht der erste, mit dem es deshalb Probleme gibt. Getrieben von Freundschaft, Liebe, Leidenschaft, aber auch Angst, Zorn und Eifersucht stellt sich Circe im Laufe des Buchs den verschiedensten Gottheiten und Menschen, bis sie irgendwann selbst die Entscheidung treffen muss – eine Göttin bleiben oder zum Menschen werden …?

Eine starke Frau und eine zauberhafte Welt

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat, ist nicht nur, wie Circes mythologische Ursprungsgeschichte in ein neues Gewand gebracht wurde, sondern auch Circe selbst.

Sie passt wunderbar in die heutige Zeit, in der es um Feminismus geht, um die #MeToo Debatte und um Selbstbestimmung. Natürlich haben wir im Vordergrund eine zauberhafte Geschichte in einer magischen Welt – Circe ist schließlich eine Hexe, die wilde Tiere zähmen und Menschen in Schweine verwandeln kann.

Nichtsdestotrotz finde ich, dass sie einen außergewöhnlichen und einen in die heutige Zeit passenden Weg geht: Sie schlägt sich alleine auf der Insel Aiaia durch, mit niemandem als ihren ihr ergebenen Nymphen und ihren treuen tierischen Begleitern an ihrer Seite. Auch wenn sie manchmal betont, dass sie einsam ist, so kommt sie doch gut alleine klar, ohne einen „starken Mann“, bzw. einen Gott oder Halbgott an ihrer Seite.

Sie gibt sich Männergeschichten hin, jedoch nicht, ohne sich selbst jemals aufzugeben. Während die Männer sie gerne mal nach einiger Zeit fallen lassen, schafft sie es immer wieder, sich aufzurappeln und das wertzuschätzen, was sie hat. Das macht Circe für mich zu einem unglaublich bewundernswerten Charakter! Besonders berührt haben mich die letzten Seiten des Buches, in denen Circe eine schwierige Entscheidung treffen muss…

Der Schreibstil

Das Buch habe ich auf Englisch gelesen. Da ich jetzt tatsächlich schon recht lange nicht mehr in einer Originalsprache gelesen habe, bin ich am Anfang etwas schwer in das Buch reingekommen, was aber weniger an der Autorin als an meiner Fähigkeit, mich erst mal wieder der Sprache hinzugeben, gelegen hat.

Abgesehen davon finde ich, dass Madeline Miller doch sehr anspruchsvoll geschrieben hat. Wenn man sich in der griechischen Mythologie nicht auskennt, muss man sich da vielleicht erst mal ein wenig hereinfinden, doch dann steckt man mitten in der Geschichte. Im Grunde ist diese uns ja schon aus HomersOdyssee“ bekannt. Hier wird jedoch die Geschichte aus Circes Perspektive erzählt, was bei mir zu ebenjener erwähnten feministischen Wahrnehmung führte.

Wörtliche Rede und Fließtext wechseln sich ab, was vielleicht auch Circes Aufenthalt auf der Insel ganz gut widerspiegelt: Wenn sie allein ist, gibt es eher Erklärungen, Umschreibungen, Erzählungen. Hat sie Besuch auf der Insel, dann gibt es folglich mehr Gespräche, also mehr wörtliche Rede.

Hach, ich bin einfach ein kleiner Fan des Buches geworden und freue mich, irgendwann auch mal „The Song of Achilles“ zu lesen! Ich kann das Buch jedem empfehlen, der griechische Mythologie mag und die Odyssee gerne einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben möchte.

Jetzt bist du dran: Kennst du das Buch oder vielleicht auch „The Song of Achilles“ von Madeline Miller? Wie findest du ihre Bücher und stimmst du mir mit der feministischen Sichtweise zu? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Jacqui

Meine Bewertung im Detail

Handlung ♥♥♥♥♥

Charaktere ♥♥♥♥♥

Sprache ♥♥♥♥♥

Emotionen ♥♥♥♥♥

Gesamt: 5/5

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