Buchrezension: Andreas Kroll – Die Botschafter

Buch "Die Botschafter" von Andreas Kroll

Autor: Andreas Kroll
OT: Die Botschafter
Erschienen: Books on Demand, 2021
Seiten: 386 (Taschenbuch)

Vielen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar!

Du liebst High Fantasy à la „Herr der Ringe“ oder „Eragon“ und willst vollauf in diese neu erschaffene Welt eintauchen? Dann ist „Die Botschafter“ von Andreas Kroll genau das Richtige für dich. Komm mit in einen Kampf gegen Echsen und Schlangen!

Worum geht’s?

Die Menschen und ihre Dörfer sind in Gefahr, denn geflügelte Schlangen und große Echsen fallen in ihr Reich ein. Sie greifen alles und jeden an, den sie finden können – auch die Zwerge und Alben in ihren Dörfern und Städten. Als sie sich im Herbst zurückziehen, beschließen Alben, Menschen und Zwerge, drei Botschafter, einen aus jedem Volk, loszuschicken, um die Riesen als Verbündete im Kampf auf ihre Seite zu ziehen.

Der Mensch Heinrich, der Zwerg Gillim und die Albin Ketlin sind eine der Botschaftergruppen, die wir auf ihrem Weg begleiten. Zusammen gehen sie auf eine lange, beschwerliche und gefährliche Reise, die ihnen alles abverlangt.

Die Story – erst langsam, dann rasant

Der Roman las sich direkt sehr leicht. Die ersten Seiten waren unglaublich schnell gelesen und man hatte das Gefühl, dass es auch in der Geschichte schnell vorangeht. Während mir am Anfang die Reise der drei Gefährten noch recht langsam vorkam und ich mich gefragt habe, wann sie an ihrem Ziel ankommen mögen, so ging es ab der zweiten Hälfte des Buches doch plötzlich schnell voran!

Das passt allerdings auch zu den Ereignissen im Buch. Nicht jede Meile, die auf einem so langen Weg zurückgelegt wird, kann voll von Abenteuern sein. Auch Alltägliches wie die Essensbeschaffung oder das Kennenlernen der Botschafter spielen eine Rolle. Diese langsame Entwicklung wird auch in der Art des Erzählens widergespiegelt. Alles ist noch etwas ruhiger und man macht sich beim Lesen erst einmal mit den Figuren vertraut.

Wenn dann Heinrich, Gillim und Ketlin bei den Riesen ankommen, wird die Geschichte rasanter – auch weil die Handlung viel schneller vorangetrieben wird. Daher ist das Tempo, bezogen auf die Geschichte, sehr gut und abwechslungsreich gewählt worden.

Worldbuilding

Andreas Kroll bietet mit „Die Botschafter“ einen klassischen High Fantasy Roman an. Er erschafft eine komplett neue Welt, in der es alles, von den tiefsten Ebenen, über dunkle Wälder, bis hin zu Bergen und Höhlen, gibt. Im Buch werden auch verschiedene Dörfer, Lebewesen und Pflanzen beschrieben, welche die Welt zum Leben erwecken.

Allein, was die Umgebung betrifft, habe ich mich total an „Eragon“ erinnert gefühlt. Nicht, weil sich alles so gleicht, sondern was das Detailreichtum betrifft. Man konnte sich beim Lesen einfach wunderbar vorstellen, wo sich die Botschafter auf ihrer Reise gerade befinden. (Dabei hilft übrigens auch die schöne Karte im Buch.)

Auch die Eigenbenennung von Monaten fand ich sehr interessant. Diese hatten andere Namen als in „unserer“ Welt. Manchmal konnte man sich die Namen herleiten – und manchmal habe ich mich gefragt, woher die Ideen kommen bzw. wie sich der Autor diese Namen hat einfallen lassen. In jedem Fall zeigt es, dass hier viel Wert auf die Details gelegt wurde.

Das zeigt sich übrigens auch in der Sprache. Bei solchen High Fantasy Geschichten fühle ich mich immer ins Mittelalter versetzt. Die Sprache war daran angepasst. Umgangssprachliches war zeitlos gewählt und man dachte sich nicht „Hey, das würde man aber nur in unserer heutigen Zeit sagen“.

Ketlin, Gillim und Heinrich – ein unschlagbares Trio

Spannend war auch, dass der Roman aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt wurde. So konnte man in fast jedem Kapitel eine andere Sichtweise einnehmen und entweder den sanften Heinrich, die naturverbundene und starke Ketlin oder den vorlauten aber verletzlichen Gillim kennenlernen.

Obwohl – oder vielleicht auch gerade weil – man ständig die Kapitel und Sichtweise gewechselt hat, hat mir manchmal hier das Tiefergehende gefehlt. Ich habe das Gefühl, bei den Charakteren ein wenig an der Oberfläche kleben geblieben zu sein. Hier ist es so, dass einfach sehr viel Geschehen sehr dicht erzählt wurde. Somit sind meiner Meinung nach die Charaktere zugunsten der Story etwas in den Hintergrund gerückt.

Da es sich hier aber um einen ersten Teil handelt, glaube ich, dass wir noch mehr über das unschlagbare und sympathische Trio in den Folgebänden erfahren werden.

Abschließende Meinung

„Die Botschafter“ von Andreas Kroll ist ein rasantes Fantasyabenteuer, das bekannte Motive aus der Fantasyliteratur aufgreift und auch einiges Neues dazuerfindet.

Gegen Ende haben sich die Ereignisse leicht überschlagen und waren an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas viel, sodass sich die Story mehr in die Breite als in die Tiefe entwickeln konnte. Nichtsdestotrotz haben wir einen wunderbaren Debutroman des Autoren, der uns tief in eine fremde Welt hineinzieht und in dem wir zusammen mit drei richtig gut harmonierenden und sympathischen Botschaftern in den Kampf gegen die Riesenechsen ziehen.

Eine Empfehlung für alle, die High Fantasy mögen!

Und jetzt bist du dran: Welche „Gegner“ magst du in Fantasromanen am liebsten? Echsen und Schlangen wie in „Die Botschafter“? Einen üblen Kerl wie Galbatorix aus Eragon? Oder doch eher Monster wie die Orks aus Herr der Ringe? Verrate es mir in den Kommentaren!

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