Buchrezension: Courtney Peppernell – Pillow Thoughts

Courtney Peppernell - Pillow Thoughts

Autorin: Courtney Peppernell
OT: Pillow Thoughts
Erschienen: 2017 in Missouri: Andrews McMeel Publishing
Seiten: 256

Lest ihr ab und zu gerne Poesie – oder, wie es heute auch gerne auf Englisch gesagt wird, damit es weniger nach Goethe und Co. klingt, sondern nach cooler Insta-Poesie – Poetry? Ich habe zuletzt den ersten Poetry Band namens „Pillow Thoughts“ von Instagrammerin und Autorin Courtney Peppernell gelesen.

Worum geht’s?

In Courtney Peppernells Gedichtband geht es um die Liebe, das Verliebtsein, tiefe Gefühle, Ängste und Verlust. Kurz gesagt: Es geht um nichts weniger als das Leben. Die Autorin gießt diese Themen in kurze Gedichte und auch kleinere Texte, die nicht in Gedichtform geschrieben sind.

Das Buch ist unterteilt in 10 Kapitel, welche die oben genannten Themen behandeln und die verschiedenen Texte in eine Form bringen.

Was habe ich für mich mitgenommen?

Letztendlich muss ich gestehen, dass ich wohl mehr erwartet hatte, als ich am Ende bekam. Vor ein paar Jahren hatte ich das Buch mal auf meine Wunschliste gesetzt und eine Freundin gab mir ihr Exemplar, als sie umzog und aussortierte. Ihre Worte waren sowas in der Art: „Es ist nett, aber irgendwie auch nicht umwerfend“.

Aber von vorne, denn ich möchte mit dem Guten starten. Den einen oder anderen Text habe ich mir mit einem Klebezettelchen markiert. Darunter sind Gedichte, aber auch einzelne, kleine Texte, die als eine Art „Reminder“ an die Selbstliebe und den Selbstwert funktionieren. In diesen Momenten sehe ich, was Menschen aus den Texten der Autorin ziehen können.

Peppernell findet schöne Bilder und kleine, träumerische Szenen des Alltags. Das ist es, was ihre Texte ausmacht: Ich bezeichne mich selbst als Träumerin und finde, dass sie diese Details, die sie in den kleinsten Dingen sieht, besonders schön sind. Denn es sind Szenen, die anderen Menschen entgehen, aber doch so wertvoll sind: Der alte Mann, der die Vögel füttert, aber alleine wirkt. Der Mensch, der verloren wirkt und manchmal nur wissen muss, dass jemand anderes da ist und ihm zuhört.

Diese Texte sind schön und, wie ich finde, sehr wertvoll.

„The Bus Stop

There is a bus stop on the corner and each morning a gentleman sits. He feeds crumbs to the birds and whistles a song I do not know. And I wonder if anyone leaves roses on his windowsill to remind him that he is not alone.”

Nahaufnahme von Courtney Peppernells Gedichtband

Schreibstil und Form

Andererseits waren viele Texte aus „Pillow Thoughts“ für mich einfach nur „okay“. Natürlich muss ich nicht mit jedem Text etwas Tiefes verbinden, aber über vieles habe ich recht schnell drübergelesen, ohne es als etwas Besonderes zu empfinden.

Was auffällt, ist, dass die Gedichtform oftmals recht aufgeweicht ist. Einige Gedichte folgen zumindest einem Reimschema, aber ansonsten hat man oftmals einfach Texte, die in eine augenscheinliche Versform gegossen werden. Das scheint heutzutage aber häufig so zu sein und ich glaube, dass es vielleicht auch an Instagram und an den „Mutmach-Sprüchen“ liegt, die dort in manchen Bubbles häufig geteilt werden. Und das erreicht viele Menschen.

Im Großen und Ganzen denke ich, dass die Gedichte der Autorin eher Instagram-Posts sind, die irgendwie viele Leute berühren, weil eben jeder schon mal Liebeskummer hatte, in eine unerreichbare Person verliebt war oder traurig war. Es ist aus meiner Sicht das Prinzip „Oh mein Gott, ich kann mich damit so gut identifizieren!“ – eben weil es so geschrieben ist, dass jeder sich denkt, hey, in so einer Situation habe ich mich mal befunden, I feel you, toller Text.

Ich will aber hier auch keinen Verriss schreiben, denn ich glaube schon, dass die Autorin mit ihrem Schreibstil am Puls der Zeit ist, dass sie viele, sicherlich jüngere, Menschen mit ihren Texten über tiefe Gefühle erreicht. Für mich hat das leider nicht ganz so gut funktioniert, mit der Ausnahme einiger Texte, die ich mir angestrichen habe.

Es ist also keinesfalls ein schlechtes Buch – ich denke, dass es vor allem die richtige Zielgruppe auf jeden Fall erreicht. Für ein außergewöhnliches Buch fehlt mir hier jedoch einiges, was aber auch vollkommen okay ist.

Nun seid ihr dran: Lest ihr Poesie/Poetry-Bücher? Wen mögt ihr da ganz besonders, habt ihr Empfehlungen? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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