
Autorin: V.E. Schwab
OT: Gallant
Erschienen: 2023 in Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag GmbH
Seiten: 349
Ihr habt es hier oder auf meinem Instagram-Account vielleicht schon mitbekommen: Ich bin ein absoluter Fan des Schreibstils von Victoria E. Schwab! Die Weltenwanderer-Trilogie und natürlich „Das Unsichtbare Leben der Addie LaRue“ haben mich zuletzt total begeistert und seitdem lese ich nach und nach auch ihre weiteren Bücher. Als nächstes stand also „Gallant“ an, ein Young Adult-Roman, wie gewohnt mit einem Fantasy-Einschlag.
Stimmung
Düster
Mysteriös
Atmosphärisch
Worum geht’s?
Olivia wohnt in einem Waisenheim mit anderen Mädchen zusammen. Sie kann nicht sprechen, daher wird ihr der Alltag nicht sehr leicht gemacht. Nur das alte Tagebuch ihrer verschwundenen Mutter kann sie trösten. Das Tagebuch voller mysteriöser und unverständlicher Einträge und Zeichnungen…
Eines Tages erreicht Olivia ein Brief eines Onkels, der sie nach „Gallant“ einlädt. Auf dem Familiensitz hat auch einst ihre Mutter gelebt. Olivia hofft, dort mehr über sie herauszufinden, doch Gallant stellt sich als ein düsterer Ort heraus, an dem viele Geheimnisse auf sie warten. Wird Olivia das Geheimnis um das Verschwinden Ihrer Mutter lüften?
Atmosphärisch, aber kühl
Dieses Mal steht ein junges Mädchen im Vordergrund der Story. Wir erfahren Olivias genaues Alter im Buch nicht, doch anhand der Beschreibung, dass sie die älteste im Waisenhaus ist und dass sie an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht, lässt darauf deuten, dass Olivia zwischen 15 und 17 Jahren alt ist. Dazu passt auch, dass sie manchmal noch etwas kindlich wirkt im Buch.
Wir begleiten Olivia in ihrer schweren Zeit im Waisenhaus, wo sie keine wirklichen Freundinnen hat und die Erzieherinnen allesamt streng und gemein sind. Gemeinsam mit ihr atmen wir auf, als sie dieses endlich verlassen kann und zu ihrer entfernten Familie ziehen kann. Aber auch hier merkt man das Misstrauen des Mädchens: Geprägt von ihrer Erfahrung im Waisenhaus traut sie den Menschen erst nach und nach. Zu Beginn geht sie auch heimlich im Haus umher – obwohl sie die Erlaubnis hätte, sich alles einfach anzuschauen, was sie sich anschauen möchte.
Die Fantasy-Elemente zeigen sich dann nach und nach: so kann Olivia zum Beispiel Ghule sehen, verstorbene Menschen, die meist zwar gruselig wirken, jedoch meist eigentlich ihren eigenen Dingen nachgehen. Später zeigt sich dann eine Parallelwelt (die übrigens im Buchcover richtig schön eingefangen wird), in der Olivia eine Aufgabe zu lösen hat.
Immer wieder tauchen auch einzelne Horrorelemente auf – jedoch nie explizit oder besonders blutig, sondern sie zeigen sich eher in der allgemeinen Stimmung der Geschichte.
Insgesamt bleibt die Story jedoch kühl – sowohl Olivia als auch ihre Verwandtschaft wirken zwar im Großen und Ganzen nett, doch es herrscht immer eine gewisse Distanz zu den Figuren, die zum kühlen Erzählstil des Buches passen.
Wunderschöne Zeichnungen
Das Cover ist ja bereits wunderschön gestaltet. Doch auch die Innengestaltung hat es in sich: einzelne Seiten des Tagebuchs der Mutter werden hier gezeigt – inklusive der Zeichnungen, die Olivias Vater angefertigt hat. Das sieht richtig schön aus und hat mich in die Geschichte reingezogen. Die Zeichnungen passen auch atmosphärisch wunderbar zum Buch und sind manchmal leicht gruselig.
Trotzdem nicht ganz überzeugend
Obwohl Aufmachung und die Geschichte des Romans an sich ganz spannend sind, konnte mich das Buch nicht ganz so abholen wie die letzten Bücher der Autorin. Die Atmosphäre blieb kühl und so ganz mitreißen konnte mich Olivia als Hauptcharakterin der Geschichte nicht. Ist aber nicht weiter schlimm – nicht jedes Buch muss ein Meisterwerk sein, manche sind auch einfach als „kleiner Snack“ zwischendrin mal ganz gut und so ein Buch war „Gallant“ für mich.
Habt ihr das Buch gelesen oder wollt es lesen? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!
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