Buchrezension: Patrick Rothfuss – Der Name des Windes

Der Name des Windes

Autor: Patrick Rothfuss
OT: The Name of The Wind. The Kingkiller Chronicle: Day 1.
Erschienen: 2008 in Stuttgart: J.G. Cotta’sche Buchhandlung. 24. Auflage.
Seiten: 862 S.

High Fantasy bedeutet für mich, in eine andere Welt vollkommen abzutauchen, mich der Magie hinzugeben und ein Stück weit selbst in dieser fremden Welt zu leben. So ging es mir voll und ganz mit „Harry Potter“ und mit „Der Herr der Ringe“. Nun habe ich ein Buch gefunden, das es wieder einmal geschafft hat, mich voll und ganz in eine detailreiche Fantasiewelt zu entführen: „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss kann ich nun getrost als ein Lieblingsbuch bezeichnen. Erfahre in dieser neuen Rezension, was mich an dem Buch fasziniert!

Worum geht’s?

Kote ist ein Gastwirt, der einem Mann, „der Chronist“ genannt, das Leben rettet. Im Gasthaus bemerkt der Chronist, dass es sich bei Kote eigentlich um Kvothe handelt, dem Helden, über den man so vieles hört. Es ist zwar nicht leicht ihn zu überreden, doch schließlich erlaubt Kvothe, dass der Chronist seine Geschichte aufschreibt.

So führt uns das Buch durch einen Teil von Kvothes Leben. Die Erzählung beginnt mit Kvothes Kindheit, in der er als Edema Ruh, einer Gruppe reisender Schauspieler, mit seiner Familie unterwegs ist. Er lernt dabei auch Abenthy kennen, den Kvothe dabei beobachtet, wie er den Namen des Windes ruft, um sich zur Wehr zu setzen. Kurz darauf ist Abenthy, kurz Ben, mit der Gruppe unterwegs und lehrt Kvothe dabei allerhand über das Leben und die Magie. Er ist überzeugt, dass Kvothe auf die Universität gehen sollte, denn der Junge stellt sich als außergewöhnlich klug und begabt heraus. Darüber hinaus ist er auch ein begabter Lautenspieler – kurz gesagt kann man Kvothe wohl als eine Art Wunderkind bezeichnen, das seinem Alter weit voraus ist.

Doch in seinem jungen Alter wird Kvothe schließlich die Familie grausam entrissen. Er muss fortan seinen Weg alleine gehen und lebt lange mittellos in der Stadt Tarbean auf den Straßen. Dort entgeht er mehr als nur einmal dem Tod. Eines Tages jedoch fasst sich Kvothe ein Herz und geht zur Universität. Er wird dort trotz seiner Mittellosigkeit angenommen und kann schließlich sein Können unter Beweis stellen und noch mehr dazulernen. Er stellt sich als herausragender Student heraus, der oft um die Ecke denkt und andere Wege als die ausgetrampelten Pfade beschreitet.

Auch dort hat er es allerdings nicht immer leicht. Das hat er nicht nur missgünstigen Personen zu verdanken, sondern auch seinem eigenen Dickschädel, der ihn in die eine oder andere missliche Lage bringt. Doch nicht nur das Wissen lockt ihn, auch die Musik und die Liebe spielen in seiner Zeit an der Universität eine große Rolle…

Erste Seite von Der Name des Windes

Eine vielschichtige Welt

Es ist wirklich nicht einfach, den Roman „Der Name des Windes“ kompakt zu beschreiben, denn es steckt so viel in diesem ja auch nicht gerade dünnen ersten Band der Geschichte.

Der Autor Patrick Rothfuss erschafft eine völlig neue Welt, in die ich mich direkt verlieren konnte. Natürlich tauchen trotz aller Magie Elemente aus unserer Welt auf: Fahrende Sänger, Schauspieltruppen, sogar eine Universität gibt es, an der jedoch andere Dinge gelehrt werden als bei uns.

Wir begleiten den jungen Kvothe auf seinem Weg und können nur erstaunt sein über sein Wissen und Können: Durch Ben hat er bereits eine Menge gelernt, was er an der Universität direkt anwenden kann; nicht jedoch, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.

Was ich so besonders finde, ist, dass Kvothe zwar klug und gewitzt ist, doch er ist auch immer noch ein junger Mann, der Fehler hat und in Schwierigkeiten gerät. Manchmal kann sein Übermut einen schon aufregen, doch an anderen Stellen fühlt man wieder so sehr mit ihm mit und freut sich, dass er so anders ist als andere Jungen, mit denen er zu tun hat. Zwar kämpft er für seine Sache, denn er will herausfinden, wer seinen Eltern und seiner Schauspieltruppe so viel Leid angetan hat, doch er verliert andere Menschen dabei nie aus den Augen. So tut er beispielsweise alles für das Mädchen Denna, in das er sich eigentlich schon verliebt hat, als er sie das erste Mal sah, als er noch nicht an der Universität war. Sie begleitet ihn auf seiner Suche nach den gefürchteten Chandrian, die seine Eltern mutmaßlich auf dem Gewissen haben, doch als sie in Lebensgefahr schwebt, ist er nur für sie da und gibt alles, damit sie wieder gesund wird.

So leiden, leben und fühlen wir mit Kvothe auf seinem langen Weg mit.

Der Sprachstil

Der Name des Windes“ ist einer jener Romane, die eine Welt erzeugen, die man sich bildlich vorstellen kann. Das schafft Rothfuss durch seine detailreichen Beschreibungen ebenso wie durch seine unglaublich bildhafte Sprache, die mich das eine oder andere Mal hat innehalten lassen.

Sie hatten die Augen geschlossen und wirkten vollkommen zufrieden. Wenn man so jemanden findet, jemanden, den man in den Armen halten und mit dem man gemeinsam die Augen vor der Welt verschließen kann, dann hat man Glück gehabt. Selbst wenn es auch nur einen Tag oder eine Minute währt.

Rothfuss‘ Art zu schreiben ist so unaufgeregt und langsam, ohne langweilig zu sein. Man spürt so eine innere Ruhe, wie bei dem Zitat oben. Solche Worte lassen mich ganz wohl und heimelig fühlen, als würde man sich in eine Kuscheldecke umarmender Worte legen.

Trotz seiner über 800 Seiten liest sich das Buch so flüssig und hintereinanderweg, sodass man es kaum aus den Händen legen mag. Am Ende sind wir Kvothe ein bisschen näher gekommen, haben etwas aus seinem Leben mitgenommen.

Wie es in den nächsten Bänden wohl weitergehen wird?

Nun bist du dran: Kennst du das Buch? In welcher Welt hast du dich zuletzt so richtig verloren? Erzähle es mir gerne im Kommentar!

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