Buchrezension: Christopher Paolini: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter

Eragon Teil 1 und 2

Autor: Christopher Paolini
Buchtitel: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter
Ausgabe: 2008 im cbj-Verlag der Verlagsgruppe Random House, München (Weltbild-Ausgabe)
Erstausgabe Deutschland: 2004 im cbj Verlag
Originaltitel: Inheritance Trilogy 1: Eragon
Erstausgabe Original: 2003
Seitenanzahl: 734

Kennt ihr das, wenn ihr bezüglich mancher Bücher ein echter Spätzünder seid? Wenn nicht, dann könnt ihr euch glücklich schätzen 😊

Nachdem ich nun endlich von Christopher Paolini „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ gelesen habe, bin ich fast ein bisschen traurig, dass das Buch nicht Teil meiner Jugend war.

Worum geht es?

Eines Tages findet der junge Eragon einen interessant aussehenden Stein. Er nimmt ihn mit nach Hause, wo er mit seinem Onkel Garrow und dem Cousin Roran lebt. Eines Tages schlüpft aus dem Stein, der eigentlich ein Ei ist, ein Drachenjunges und schon bald merkt Eragon, dass er mit dem Drachen auf eine ganz besondere Art kommunizieren kann.

Er lässt sich vom Geschichtenerzähler Brom nach und nach alles über Drachen und die legendären Drachenreiter erzählen und durch ihn bekommt er die Inspiration für den Namen seines Drachens: Saphira heißt die Drachendame nun und ist fortan treu an Eragons Seite.

Doch das ruhige Leben hat schon bald ein Ende, denn die Ra’zac, die Schergen von König Galbatorix, der ebenso ein Drachenreiter ist, sind Eragon, Saphira und auch Brom auf den Fersen. Galbatorix‘ erklärtes Ziel ist, sich alle Drachenreiter zu unterwerfen, doch Eragon will dies auf keinen Fall unterstützen. Gemeinsam mit Brom macht er sich also auf den Weg zum Volk der Varden, einer Gruppe Rebellen, die versteckt lebt.

Und obwohl einige neue Weggefährten den beiden Umherziehenden begegnen und Eragon immer kräftiger wird sowie Magie erlernt, steht dem Jungen schon sehr bald eine harte Prüfung bevor…

Selbstporträt mit Eragon

Der Aufbau

Es ist tatsächlich nicht das erste Mal, dass ich Eragon (an)gelesen habe. Vor einigen Jahren habe ich schon mal einen Versuch gestartet, da meine Schwester ein großer Fan der Reihe war und mir die Bücher empfahl. Jedoch kam ich damals vermutlich nicht mal über die 50. Seite hinaus – das Buch konnte mich damals einfach nicht packen. Warum? Ich glaube, es liegt an der langsamen Entwicklung am Anfang des Buchs. Die Anfänge reißen einen nicht unbedingt sofort mit, finde ich, was aber an dieser Stelle nicht negativ gemeint ist.

Im Gegenteil, heute finde ich es gut, dass sich die Geschichte langsam entwickelt und sich der Autor Zeit lässt, Charaktere vorzustellen, den Lesern ihr Umfeld zu zeigen und so Tiefe in die Figuren hineinzubringen. Damals war es vielleicht auch einfach nicht das Genre, das ich zum Lesen gesucht habe, weswegen ich auch glaube, dass ich das Buch abgebrochen habe.

Kommt man dann soweit, dass auch Saphira in Eragons Leben ist, wird es richtig spannend! Ich finde es unglaublich interessant, welch starke Bindung er zu Saphira hat. Schon von klein auf können die beiden miteinander kommunizieren, obwohl der Drache da noch recht klein ist und auch seine Gedanken eher primitiv verlaufen. Doch das ändert sich rasch mit jedem Zentimeter, den Saphira wächst. Ich finde es so cool, dass die Drachendame sämtliches Drachenwissen in sich trägt und so eine Weisheit besitzt, die einfach mit ihrem Wesen verknüpft ist. Und so kann sie Eragon ab und zu manch guten Rat geben. Wer aber glaubt, dass die beiden nur weise und gehoben miteinander reden, der hat sich getäuscht, denn so manches Mal neckt Saphira ihn oder macht sich sogar richtiggehend lustig über ihren Drachenreiter. Das sorgt für Auflockerung und eine Vertiefung der Beziehung.

Obwohl das Buch mit seinen über 700 Seiten sehr umfangreich ist, kann ich es größeren Kindern uneingeschränkt empfehlen, denn der Autor nimmt sich für die Figuren, die Eragon auf seinem Weg begleiten, ordentlich Zeit. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern viele bunte Töne dazwischen, die das Leben der Figuren ausmachen und für Kinder ist das doch eine wundervolle Erfahrung, finde ich.

Das Buch bietet außerdem reichlich Emotionen: Eragon muss nicht nur damit zurechtkommen, schon im jungen Alter ein altes Geheimnis zu wahren und eine schwere Last auf seinen Schultern zu tragen, sondern er erfährt, wie es ist, jemanden zu verlieren. Er erfährt, wie tief die Bande der Freundschaft reichen. Er lernt, was es heißt, zu lernen – sowie dranzubleiben und nicht aufzugeben. Er macht Fehler und muss Schlüsse aus ihnen ziehen. Schließlich lernt er auch noch das zarte Gefühl der tiefen Zuneigung zu einer anderen Figur kennen… wenn das nicht alles Themen sind, die ältere Kinder und Jugendliche beschäftigen, dann weiß ich auch nicht 😉

Eragon Buchausschnitt

Der Schreibstil

(Nach dem Tod Garrows.)

Eragon: „Garrow ist für immer von uns gegangen! Und irgendwann wird mich dasselbe Schicksal ereilen. Liebe, Familie, Errungenschaften, alles wird einem genommen und nichts bleibt übrig. Welchen Wert hat denn das, was wir tun?“ [Saphira]: „Der Wert liegt in der Handlung selbst. Er schwindet, wenn man den Willen verliert, Dinge zu verändern und das Leben zu erfahren. Aber dir stehen viele Möglichkeiten offen; entscheide dich für eine davon und widme dich ihr. Deine Taten werden dir neue Hoffnung und ein Ziel geben.“
[Eragon]: „Aber was kann ich denn tun?“
[Saphira]: „Der einzig wahre Ratgeber ist dein Herz. Nichts Geringeres als sein heißestes Begehren kann dir helfen.“ (S. 148).

Dieses Zitat macht, denke ich, den Stil des Buches gut deutlich. Der Schreibstil ist keinesfalls zu kompliziert, man fliegt geradezu durch die einzelnen Seiten! Dementsprechend ist das Buch, wie bereits erwähnt, für größere Kinder, die schon gut lesen können, und für Jugendliche gut geeignet. Der Wortschatz orientiert sich an der Erfahrungswelt der Jüngeren und das finde ich vollkommen okay so. Ich habe keine Schlachten und komplizierte Strategien im Stil des Herrn der Ringe erwartet und das soll dieses Buch auch gar nicht schaffen.

Das obige Zitat mag ich außerdem ganz besonders gerne: Es zeigt, dass Eragon eben doch ein junger Mensch ist, der gerade extrem viel durchmachen und bewältigen muss und der auch ab und zu mal daran verzweifelt. Dass diese großen Emotionen in diese kurzen und klaren Sätze passen, hat mich zu Tränen gerührt! Und Saphiras Reaktion darauf ist einfach unglaublich. Wie sie es nach so kurzer Zeit, in der sie ihren Drachenreiter kennt, schon schafft, solche klugen Erkenntnisse vorzubringen, finde ich wunderbar!

Abschließende Meinung

Ihr merkt schon, „Eragon“ hat es mir besonders angetan 😉 Das Buch ist für jeden geeignet, der gerne mal wieder in eine Fantasywelt fliehen möchte, in der ein Jugendlicher mit einem wunderbaren Drachen die Hauptrolle spielt. Wer Spannung, Abenteuer, Freundschaft und einen fiesen Antagonisten sucht, der ist hier an der richtigen Stelle!

Dabei ist das Buch ganz besonders für Kinder ab ca. 10/11 Jahren geeignet, die gut und flüssig lesen können. Jugendliche, die Fantasy lieben, werden in dem Buch garantiert vollkommen aufgehen – wie auch jung gebliebene Erwachsene, die sich vor Jugendliteratur keinesfalls scheuen 😊

Ich bin in jedem Fall gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht und wie sich Eragon und Saphira weiterentwickeln!

Habt ihr Eragon gelesen? Welches sind eigentlich eure Lieblingsfantasybücher?

Euch könnte auch die Rezension zu „Die Gabel, die Hexe und der Wurm“ von Christopher Paolini interessieren! Klickt hier, um zu der Rezension zu gelangen!

Meine Bewertung im Detail

Handlung ♥♥♥♥♥

Charaktere ♥♥♥♥♥

Sprache ♥♥♥♥♥

Emotionen ♥♥♥♥♥

Gesamt 5/5

 

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About mademoisellepusteblume

Hi! Ich bin Jacqui und noch sehr neu in der Welt des Bloggings. Nachdem ich mir immer vorgestellt hatte, einen Blog über Dinge zu führen, die mich und möglicherweise auch Andere interessieren, setze ich dieses Vorhaben nun in die Tat um. Momentan bin ich noch Studentin der Film- und Medienwissenschaften. Ich liebe Bücher, Filme, Serien und Musik über alles. Auch Fotografieren, Sport machen, Sprachen und die Natur erkunden gehören zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich hoffe, die einen oder anderen Leser auf eine Reise durch meine Gedanken mitnehmen zu können!

10 Responses

  1. Hallo Jacqui,
    Eragon war schon immer eines meiner Lieblingsbücher. Habe die Reihe über alles geliebt als Jugendliche. ^-^ Und zudem hat sie mich damals zum Schreiben animiert. 😀
    Liebe Grüße, Aurora

    Gefällt 2 Personen

      1. Naja damals war ich 12/13 Jahre alt und hatte es mir eben in den Kopf gesetzt auch Bücher schreiben zu wollen. 😀 Christopher Paolini, der Eragon mit 15 geschrieben hat war dann natürlich schnell mein Vorbild. 😉
        Ich wünsche dir viel Spaß beim weiteren Lesen! Ich finde in den Fortsetzungen gibt es ein paar Längen, aber wenn man die übersteht, entwickelt sich die Geschichte echt unglaublich.
        Liebe Grüße, Aurora

        Liken

      2. Das ist echt cool! Welches Genre schreibst du? Ich bin mir sicher, dass du das schaffen kannst! 🙂 Irgendwann findet man dann doch die Zeit. Ich hab noch nicht veröffentlicht, will aber bald als Self-Publisherin. 😀 Das werd ich dann bestimmt auch auf meinem Blog posten.

        Gefällt 1 Person

  2. Hach ja Eragon 😀 Freu dich schonal auf die nächsten Bände… ich muss noch Die Gabel, die Hexe und der Wurm lesen und bin gespannt, ob sich das genauso gut lesen wird wie Eragon 🙂 (Und nein deine Rezension hab ich absichtlich nicht gelesen, will mir ja selber ein Bild machen)
    Ich werde mir glaube ich von den ersten zwei Büchern noch die Versionen mit dem festen Einband holen, da es mich doch stört, dass alle Bände irgendwie anders aussehen 😀

    Gefällt 1 Person

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