Buchrezension: C. S. Lewis – Die Chroniken von Narnia 1 – Das Wunder von Narnia

Die Chroniken von Narnia

Autor: Clive Staples Lewis
Titel: Das Wunder von Narnia (Die Chroniken von Narnia 1)
OT: The Magician’s Nephew
Erschienen: 2005 in Wien: Verlag Carl Ueberreuter
OT erschienen: 1955

Wer kennt sie nicht, die wunderbaren „Chroniken von Narnia“, die uns spätestens als Filmreihe ab dem Jahr 2005 begleitet haben? Damals kannte ich die Bücher nicht, doch ich war unendlich begeistert von dieser Welt, in die vier Geschwister durch einen verwunschenen Wandschrank gekommen sind. Ich habe Herrn Tumnus sofort ins Herz geschlossen und war überwältigt vom Löwen Aslan. 11 Jahre nach dem ersten Film bin ich im Rahmen eines Englischkurses in Frankreich, in dem wir einen Film genau vorstellen und einen Aspekt genauer beleuchten sollten, noch mal nach Narnia abgetaucht und habe plötzlich noch viel mehr in dem Film gesehen, was mich schließlich veranlasst hat, auch mal zu den Büchern zu greifen.

Doch erst jetzt, noch mal 4 Jahre später, nehme ich endlich meine illustrierte Gesamtausgabe in die Hände und lese jede Geschichte aufmerksam. In den nächsten Wochen werde ich euch die insgesamt sieben Geschichten aus Narnia vorstellen, beginnend mit der „Vorgeschichte“ zu den Filmen: „Das Wunder von Narnia“.

Worum geht’s?

In „Das Wunder von Narnia“ sind Peter, Susan, Lucy und Edmund, die wir aus dem Film kennen, noch gar nicht auf der Welt. Die Geschichte beginnt mit dem Jungen Digory, dessen Mutter sehr krank ist und der deshalb bei seiner Tante Letty und Onkel Andrew lebt. Schon bald schließt er mit dem Nachbarsmädchen Polly Freundschaft und gemeinsam erkunden sie den Dachboden der Elternhäuser. Zufällig finden sie dabei das Studierzimmer von Onkel Andrew. Dieser stellt sich als Magier heraus, wenn auch kein mächtiger. Er ist im Besitz von Zauberringen, die ein Lebewesen angeblich in eine andere Welt transportieren können. Die gelben Ringe, so glaubt er, bringen einen an den anderen Ort, die grünen Ringe bringen einen zurück.

Der Mann jedoch hat nicht viel Mut und experimentiert zunächst mit Meerschweinchen, die durchaus verschwinden. Als die Kinder schließlich bei ihm auftauchen, wittert er seine Chance und bringt Polly dazu, mit dem gelben Ring zu verschwinden. Digory geht mit zwei grünen Ringen hinterher, um das Mädchen zu retten.

Die Kinder landen in einer Art „Zwischenwelt“, von der aus es in reichlich viele andere Welten geht. Sie landen zunächst im Land Charn, wo sie versteinerte Menschen vorfinden. Dort gibt es auch ein Glöckchen mit einem Spruch:

„Schlag die Glocke, ruf die Gefahr,

Oder schlag sie nicht, doch dann fürwahr

Wirst du dich bis zum Wahnsinn fragen,

Was geschehen wäre, hättest du sie geschlagen.“ (S. 27)

Da Digory ein neugieriger Junge ist, schlägt er das Glöckchen und weckt damit die letzte Überlebende, die uns auch im ersten Narnia-Film begegnet: Königin Jadis.

Das Abenteuer beginnt und die Kinder nehmen aus Versehen die böse weiße Hexe mit in ihre eigene Welt. Nach einigen rasanten Stunden schaffen es die Kinder, die Frau wieder in die Zwischenwelt zu bringen. Von dort gehen sie weiter (mit dem grünen Ring, denn dieser bringt einen in jede andere Welt und nicht nur in die eigene) mit Jadis, Onkel Andrew, einem Kutscher und einem Pferd in die Welt Narnia, die gerade erst geschaffen wird.

Ein Löwe, der sich als Aslan herausstellt, singt ein unglaublich fesselndes Lied, welches das Leben in Narnia entstehen lässt. Vom Sonnenaufgang bis zu einzelnen sprechenden Tieren erschafft Aslan so eine ganze Welt in kurzer Zeit. Da mit der Erschaffung der Welt auch gleich das Böse in Form der Hexe Einzug gehalten hat, müssen nun die Kinder das Land retten…

Christliche Anleihen bei C. S. Lewis

Ich selbst bin keine Christin und war es nie. Doch ich finde es unglaublich interessant, wie der Autor das Christentum in seinem Werk verarbeitet. Das erste Buch, „Das Wunder von Narnia“ kann eigentlich als komplette Parallele zur Erschaffung der Welt durch Gott gesehen werden.

Gott entspricht hier dem Löwen Aslan, vor dem sich die meisten einerseits fürchten, aber den sie auch bedingungslos lieben. Aslan erschafft eine ganze Welt sowie die darin lebenden Geschöpfe. Sogar eine Parallele zu Adam und Eva und dem Sündenfall gibt es hier. Mit der Hexe Jadis zieht das Böse direkt in die Welt ein und ein Apfel soll dabei helfen, das Böse zu besiegen. Na, das kommt uns doch bekannt vor, nicht wahr? Natürlich darf Digory nicht von dem Apfel kosten, da der Untergang so vorprogrammiert ist.

Wer noch weiter überzeugt werden muss: Aslan spricht die Kinder mit „Adamssohn“ und „Evastochter“ an, was auch in den folgenden Büchern von den Narnianern getan wird. Die Anleihen aus dem Christentum sind hier doch extrem offensichtlich; trotz allem finde ich das ziemlich spannend!

Kommt auch in den folgenden Wochen mit, wenn ich euch die weiteren sechs Teile der „Chroniken von Narnia“ vorstelle! Wir werden eine Menge Abenteuer zusammen erleben, das verspreche ich 😊

Nun bist du dran: Kannst du dich noch daran erinnern, wie du das erste Mal von „Narnia“ erfahren hast? Erzähle es mir gerne in den Kommentaren!

9 Kommentare zu „Buchrezension: C. S. Lewis – Die Chroniken von Narnia 1 – Das Wunder von Narnia

Gib deinen ab

  1. Durch den ersten Film habe ich von Narnia erfahren, der mir auch direkt sehr gut gefallen hat.
    Mittlerweile habe ich auch aller Bücher der Reihe zu Hause stehen, habe bis jetzt aber nur die ersten zwei Bücher gelesen.
    Mir hat es gut gefallen, dass der Film doch recht nah am Buch war.

    Gefällt 1 Person

  2. Wann hab ich von Narnia gehört? Als der erste Film angekündigt wurde. Da erschien auch ein Schuber mit allen Teilen im Taschenbuch Format. Welche ich dann auch in kurzer Zeit durchgelesen habe, da es „einfacher“ geschrieben ist als der der „Herr der Ringe“.
    Und ja, die Anleihen an das Christentum sind mehr als offentsichtlich, vor allem in „Das Wunder von Narnia“ und „Der letzte Kampf“.
    Bin gespannt auf die nächsten Rezensionen.

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Christian,
      danke für deinen Kommentar! Oh ja, im Vergleich zu „Herr der Ringe“ lesen sich die Narnia-Bücher viel einfacher. Ich habe gelesen, dass es wohl auch mal einen Streit zwischen Lewis und Tolkien gab, weil Tolkien kritisierte, dass er zu „einfach“ schreibt, keinen ausreichenden Weltenaufbau betreibt und dass ihm die christlichen Anspielungen zu offensichtlich sind.
      Das werde ich demnächst aber auch noch mal genauer erforschen.
      Schön jedenfalls, dass dich die Filme dazu inspiriert haben, die Bücher damals zu kaufen!

      Liebe Grüße
      Jacqui

      Liken

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